Vermischtes

Kandel-Prozess Fall wird nach dem Jugendstrafrecht verhandelt

Zuschauer verboten

Landau.Beim Mordprozess um den Tod der 15-jährigen Mia aus Kandel ist die Öffentlichkeit definitiv ausgeschlossen. Ein vom Gericht in Auftrag gegebenes Ergänzungsgutachten habe Zweifel am Alter des mutmaßlichen Täters nicht ausräumen können, sagte ein Sprecher des Landgerichts Landau gestern.

Der Justizsprecher verwies auf den Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“: „So lange diese Zweifel bestehen, kann man nicht annehmen, dass er älter ist.“ Der mutmaßliche Täter gilt deshalb als Jugendlicher, auf den Jugendstrafrecht anzuwenden ist. Für den Prozess ab dem 18. Juni sind 13 Prozesstermine anberaumt.

Die 15-jährige Mia war Ende Dezember in einem Drogeriemarkt in Kandel erstochen worden. Als mutmaßlicher Täter gilt ihr Ex-Freund. Der Mordverdächtige hatte sein Alter mit 15 Jahren angegeben – er war als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aus Afghanistan betreut worden. Nach der Tat wurden Zweifel laut, ob er so jung ist. Die Staatsanwaltschaft gab deshalb ein Gutachten in Auftrag. Als Ergebnis kam heraus, dass er zur Tatzeit mindestens 17 Jahre und sechs Monate alt war, wahrscheinlich aber 20. 

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