Vermischtes

Unwetter Millionen Menschen auf der Flucht vor dem Wirbelsturm / Auch Nachbarland Bangladesch betroffen / Mehrere Tote gemeldet

Zyklon fegt über indische Küste

Archivartikel

Bhubaneswar.Der stärkste Zyklon seit vielen Jahren ist auf Indiens Ostküste getroffen und hat große Zerstörung angerichtet. Der tropische Wirbelsturm „Fani“ erreichte am Freitagmorgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 205 Stundenkilometern das Festland in der Nähe der Stadt Puri. In der Gegend gab es nach Behördenangaben drei Todesfälle, mehr als 160 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden.

Im Nachbarland Bangladesch, wo das Sturmzentrum am Samstag erwartet wurde, kamen vier Menschen auf einem Reisfeld bei einem Blitzschlag ums Leben, wie die Polizei mitteilte.

Die Stromversorgung, Befahrbarkeit der Straßen sowie Telefon- und Mobilfunknetze seien alle stark beeinträchtigt, teilte die Katastrophenschutzbehörde des indischen Bundesstaates Odisha mit. Eine große Zahl von Bäumen und Strommasten sei umgestürzt. Im Bezirk Puri seien alle aus Lehmziegeln gebauten Häuser schwer beschädigt. Außerdem wurden demnach Anbauflächen in großem Maßstab verwüstet. Fernsehbilder aus der Luft zeigten ländliche Gebiete, die unter Wasser standen. Odisha ist einer der ärmsten Bundesstaaten Indiens.

Das Deutsche Rote Kreuz warnte, dass auch die fast eine Million Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch bedroht seien. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit, die gewaltsam aus ihrer Heimat Myanmar vertrieben wurden, leben in Küstennähe rund um das größte Flüchtlingslager der Welt auf engstem Raum. dpa