Vermischtes

Kriminalität Weitere Opfer des Serienmörders befürchtet

Zyprische Polizei findet fünfte Leiche

Archivartikel

Athen/Nikosia.Giftrot schimmert der See Kokkini Limni inmitten einer ehemaligen Kupfermine nahe der zyprischen Hauptstadt Nikosia. Sein Wasser ist von Chemikalien verseucht, Taucher können hier nur mit Spezialausrüstung arbeiten. Und doch durchpflügen die Männer immer wieder das giftige Gewässer. Sie sind auf der Suche nach weiteren Opfern eines Serienmörders.

Am Sonntag bargen Taucher aus dem See eine Kinderleiche, die in einem Koffer versenkt worden war. Es ist das fünfte entdeckte Opfer des Mannes, der bisher sieben Morde gestanden hat. „Findet ihr die Leichen, ich sage euch dann, wer sie sind“, soll der 35-Jährige zu Ermittlern gesagt haben. So berichten es zyprische Zeitungen, und sie spekulieren darüber, dass es nicht bei den sieben Morden bleiben könnte. Denn der Soldat der zyprischen Nationalgarde hat Polizisten angeblich auch gesagt: „Ich habe noch andere umgebracht, geht und sucht sie.“

Seit 2016 soll der Mann unentdeckt gemordet haben – und das ist dem Anschein nach auch der Untätigkeit der zyprischen Behörden geschuldet. Bei den Opfern handelt es sich um Haushaltshilfen aus Asien und Rumänien, von denen zwei jeweils eine Tochter im Alter von sechs und acht Jahren hatten. Die Kritik an den Behörden lautet, sie hätten Vermisstenmeldungen ignoriert, weil es sich bei den Frauen um „Menschen zweiter Klasse“ gehandelt habe.

Personelle Konsequenzen

Erst, als Touristen am 14. April eine Frauenleiche im Schacht einer Mine entdeckten, wurden die Behörden aktiv. Schnell fanden sie Belege für Online-Chats mit den Opfern – und ermittelten den Hauptmann der zyprischen Nationalgarde.

Diese Tatsache erschreckt die Menschen zusätzlich: Wie kann es sein, dass ein Serienmörder Karriere beim Militär macht? Dort, wo nicht zuletzt auch seine psychische Verfassung geprüft werden muss? Doch bei dem 35-Jährigen handelt es sich um einen erschreckend normalen Mann. Er war verheiratet, Berichten zufolge soll er zwei Kinder haben.

Der Justizminister ist angesichts des Ausmaßes des Falles und des Versagens der Polizei zurückgetreten, der Polizeichef wurde gefeuert, Haushaltshilfen demonstrieren mit Plakaten, auf denen geschrieben steht: „Auch wir sind Menschen!“. Die Mordserie ist noch längst nicht vollständig aufgeklärt. Und bewältigt auch noch lange nicht.