VfR Mannheim

MM-Extraspiel Nach dem 0:2 gegen Friedrichstal spricht VfR-Trainer Manuel Wengert die Defizite deutlich an

„Es liegt einiges im Argen“

MANNHEIM.Neuer Trainer, alte Probleme. Der VfR Mannheim hat am Samstag das Spitzenspiel in der Fußball-Verbandsliga Nordbaden verloren. Die Rasenspieler unterlagen vor 400 Zuschauern Germania Friedrichstal mit 0:2 (0:1) und gaben damit zugleich die Tabellenführung an den Sieger ab.

Während die gegnerischen Spieler auf dem Rasen des Rhein-Neckar-Stadions ihren Coup feierten, setzte sich Manuel Wengert den Fragen der Medienvertreter aus. Glücklich sah der VfR-Coach nach seinem ersten Heimspiel natürlich nicht aus. „Wir haben unsere glasklaren Chancen nicht genutzt. Beim 0:1 haben wir ein ganz schwaches Abwehrverhalten an den Tag gelegt, beim 0:2 haben wir auch schlecht verteidigt“, befand der Trainer. So viel zur Spielanalyse.

Dann wurde Wengert aber konkreter: „Hier liegt doch einiges im Argen, das muss man jetzt schon einmal ansprechen. Wenn es gut läuft, spielt die Mannschaft jeden an die Wand. Aber es läuft eben nicht immer gut. Dann muss man auch einmal kämpfen. Einige Herren verstehen das aber offenbar nicht.“ Namen nannte Wengert nicht. Er sagte nur: „Manche befinden sich in einer Wohlfühl-Oase, die müssen da nun ganz schnell raus.“

Chance für die Jugend?

Hat er Alternativen? „Mit Steffen Kochendörfer, Norman Refior oder Christopher Hiller fehlen derzeit drei Stammspieler, die wären durchaus etwas für die erste Elf. Aber egal. Dann spielen demnächst eben A-Jugendspieler wie Djahini, der in seinen 20 Minuten Einsatzzeit mehr gemacht hat als so mancher gestandener Spieler. Dann zahlen wir halt Lehrgeld. Ich bin der zweite Trainer, aber so mancher Herr in der Mannschaft versteht es momentan offenbar nicht, dass man sich auch einmal auf dem Platz zerreißen muss.“

Eine richtig schlechte Leistung hatte Wengerts Team in den 90 Minuten zuvor eigentlich nicht gezeigt. Der VfR erspielte sich mehr Chancen als der Gegner heraus. Ein Kopfball von Piero Adragna (35.) verfehlte knapp sein Ziel, Marc Haffa traf kurz vor der Pause nur den Innenpfosten (42.). Kurz nach dem Seitenwechsel parierte Marcel Lentz im VfR-Tor einen Kopfball von Patrick Roedling (47.). Danach drückten wieder die Mannheimer. Haffa (51.) und Jonas Meier-Küster (54.) scheiterten aber völlig frei am guten Friedrichstaler Keeper Patrick Haumann.

Dann ging die Germania nach schwachem Abwehrverhalten des VfR durch Claudio Ritter mit 1:0 (69.) in Front. Die Platzherren wehrten sich gegen die Niederlage. Doch nach dem Kontertor durch Roedling in der 85. Minute zum 0:2 war die Partie entschieden. Die letzte Torchance für die Mannheimer hatte Jospeh Olumide, dessen Schuss knapp über das Tor strich (90. +2).

„Waren irgendwie müde“

„Wir sind nach dieser Niederlage natürlich richtig enttäuscht, wir wollten die Tabellenführung verteidigen“, sagte VfR-Kapitän Ajdin Zeric nach dem 0:2 und befand: „Wir hätten das Ding in der ersten Hälfte entscheiden müssen. Letztlich waren wir irgendwie dann müde. Der Trainer hat alles gut analysiert, für ihn ist es sicher auch kein schönes Ergebnis.“

Wengert sagte unterdessen: „Das war für uns insgesamt ein schwerer Rückschlag in Sachen Aufstieg, aber es muss sich jetzt etwas ändern.“ Am nächsten Wochenende steht für den VfR die Begegnung bei der abstiegsbedrohten, aber heimstarken SpVgg Neckarelz an.