Vogelstang

Konzert Lupot Quartett fasziniert mit virtuosem Spiel bei Konzert in der Zwölf-Apostel-Kirche

Abend voller Leidenschaft und Sehnsucht

Romantik im besten Sinne des Wortes erlebten die 100 Besucher des Kammerkonzertes des Lupot Quartetts bei den 24. Kulturtagen Vogelstang am Sonntag in der Zwölf-Apostel-Kirche: leidenschaftliches, gefühlvolles Spiel, gelegentlich sehnsüchtig zart, meist aber energiegeladen und kräftig. Edith Frieske vom Gemeindeteam konnte das renommierte Mannheimer Streichquartett zum zweiten Mal nach 2013 auf der Vogelstang begrüßen „als Beitrag der katholischen Gemeinde zu den Kulturtagen“.

Von Anfang an bestach die Präsenz der Streicher, die mit intensiver Kommunikation ein spannendes Miteinander schufen. Andrei Rosianu (1. Violine), Susanne Phieler (2. Violine), Stephanie Phieler (Viola) und Friedrich Martin Voigt (Violoncello) begeisterten ihr Publikum durch ihr virtuoses Spiel, herausragende Musikalität und eine ursprüngliche Harmonie im Zusammenspiel. Mit dem Streichquartett in F-Dur op. 59 aus der Gruppe der „Rasumowsky- Quartette“ von Ludwig van Beethoven, die er 1806 seinem Förderer Graf Andrej Rasumowsky gewidmet hat, eröffnete das Quartett das Konzert am späten Sonntagnachmittag. Beethoven-typische Übergänge von dramatischen Akkorden des Cellos und der Viola zu leichten zart-fröhlichen Läufen der Violinen wurden von den exzellenten Streichern leidenschaftlich und meisterhaft interpretiert.

Präziser Musikstil

Wie die Musiker dieses Juwel der Streichquartett-Literatur darboten, war schlicht grandios. Ihr kontrollierter, klangschöner und höchst präziser Musizierstil resultierte in einer fein ausdifferenzierten und spannungsreichen Entwicklung der vier Quartettsätze in ihrer musikalischen Ausdruckstiefe. Nach einer kurzen Pause präsentierten die vier Streicher Antonin Dvoráks bekanntes „Amerikanisches Streichquartett“. Das zwölfte Streichquartett F-Dur-Quartett opus 96, welches Antonin Dvorák 1893 während seines. Aufenthaltes in Amerika komponiert hat, gilt auf Grund seines spezifischen und unverwechselbaren Tonfalles als Ideal der Kammermusik. Dvoráks „amerikanisches“ Quartett ist ein Sommerurlaubs-Stück, passend nach einem sonnigen Sonntag auf der Vogelstang. Bei Dvorák war der Ensembleklang weit: tiefer runder Celloton, warme Bratschenklänge, eine stabile, volle zweite Geige und darüber strahlend Andrei Rosianus 1. Geige, die mit Leichtigkeit und Flexibilität über den anderen schwebte. Wie fasziniert das Publikum war, beweist die Tatsache, dass es bei jedem Stück lange mit dem Applaus zögerte, um noch die letzten Schwingungen verhallen zu lassen. Danach gab es stehenden Applaus. Helmut Acker vom Kulturarbeitskreis dankte dem Lupot Quartett für den musikalischen Hochgenuss und der Gemeinde Zwölf-Apostel für ihre Gastfreundschaft.