Vogelstang

Schriesheim FDP stellt ihre Kandidaten vor / Gegen Neubaugebiet und Windkraftanlagen

Augenmerk auf Naturschutz

Archivartikel

Mit dem Slogan „Wir wollen den Kuchen größer machen, nicht kleiner“, starten die Kandidaten der FDP mit Ideen für ein lebens- und liebenswertes Schriesheim in den Kommunalwahlkampf. Unter den 22 Kandidaten, die sich um einen Sitz im Gemeinderat bewerben, findet man allerdings nur vier Frauen.

Eröffnet wurde der Kandidatenreigen im Hotel Ludwigstal vom Stadtverbandsvorsitzenden Ingo Kuntermann. Er ging auf zwei Schwerpunkte ein, die seit Jahren ganz oben auf der FDP-Agenda stehen: die Umsetzung einer Bürgerstiftung, wie sie seit Jahren in Hirschberg praktiziert wird, und die Einrichtung eines Bürgersaals nach dem Modell der amerikanischen High School. Einmal könne mit Mitteln aus der Bürgerstiftung der Standort Schulzentrum mit seinen weiterführenden Schulen mehr gefestigt werden, und als Gegenleistung werden die am Abend nicht genutzten Räumlichkeiten zum Beispiel für Veranstaltungen von Vereinen freigegeben.

„Geht nicht – gibt es nicht“, hob Kuntermann hervor und erinnerte an das Waldschwimmbad, das mit gemeinsamen Kräften, viel Enthusiasmus, Freude und Euphorie vor dem Niedergang gerettet wurde und heute ein Vorzeigeobjekt ist. Ein Bürgersaal sei deshalb wichtig, da in Schriesheim immer mehr Gaststätten schließen und es beispielsweise für Vereine kaum mehr eine Möglichkeit gebe, Veranstaltungen durchzuführen.

Spitzenkandidat ist Wolfgang Renkenberger (52, selbstständiger Betreuer). Er bemängelte die schlechte Kommunikation zwischen Verwaltung und Vereinen, wegen der es beinahe zu einem Boykott des Mathaisemarktumzugs gekommen wäre, und forderte einen Vermittler zwischen Rathaus und Vereinsvertretern. Drei Punkte stehen auf der Agenda von Ulrike von Eicke (58, Diplomhandelslehrerin). Wegen der Sanierung des Gymnasiums dürfe man andere Schulen nicht stiefmütterlich behandeln. Weiter forderte sie ein schlüssiges Parkraumkonzept, mehr Abstellplätze für Fahrräder und bessere Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Sie bedauerte, dass Frauenthemen wenig Beachtung fänden und fragte, warum es im Rhein-Neckar-Raum kein Frauenhaus gebe.

Ausbau von Radwegen

Nathalie Schuhmacher-Grauer (47, Lehrerin) und ihr Mann Joachim Schuhmacher (48, Architekt) stehen für einen leistungsfähigen Schulstandort, für bezahlbaren Wohnraum und für einen Ausbau von Rad- und Schulwegen. Zu dieser Problematik hat die Kandidatin einen Fragebogen entworfen, auf dem Bürger Schwachstellen auf den Radwegen ankreuzen können. Als Architekt legt ihr Mann sein Auge auf die bauliche Entwicklung. Aus ökologischen Gesichtspunkten lehnt er die Bebauung des Neubaugebiets „oberer Schlittweg“ ab und plädiert für eine Nachverdichtung durch Bebauung in zweiter Reihe oder Aufstockung.

Für den Biologen Marcel Münderle (45) steht der Natur und Artenschutz ganz oben auf seiner Agenda. Die Windparkindustrie vernichte Lebensräume seltener Tiere, Vögel würden von den Rotationsblättern geschreddert, und ganze Laubwälder müssten gerodet werden. greg