Vogelstang

Vogelstang Eröffnung der 25. Kulturtage diesmal bei der Gemeindediakonie / Leiterin „überwältigt“ von der großen Publikumsresonanz

Das Miteinander als Weg zur Integration

Es sollte ein Open-Air werden. Doch wegen des nass-kalten Wetters musste die Eröffnung der 25. Kulturtage ins Innere der Diakoniewerkstätten verlegt werden. Viola Brauch, Leiterin des Förder- und Betreuungsbereichs der Diakoniewerkstätten Rhein-Neckar, war „überwältigt, wie viele Menschen trotz des schlechten Wetters den Weg hierher gefunden haben“. Sie freute sich über die Vernissage in ihrem Haus und dankte dafür dem Kulturarbeitskreis, Kulturschaffenden und kulturinteressierte Bürgern, die die „Kulturtage Vogelstang“ bereits zum 25. Mal geplant und koordiniert haben.

Bilder und Skulpturen gezeigt

Wie Brauch berichtete, gibt es seit 2003 das Tagesförderzentrum auf der Vogelstang. Reiner Lipponer, der frühere Leiter der Diakoniewerkstätten, habe damals den Kontakt zum Kulturarbeitskreis geknüpft. „Es war und ist unser Anliegen, mit Kultur und Kunst Brücken zu schlagen und die Integration zu fördern“, betonte Brauch. Gezeigt wurde eine farbenfrohe Ausstellung mit Skulpturen, die in verschiedenen Fördergruppen entstanden sind, und mit faszinierenden Bildern der geistig und körperlich behinderten Künstler. Zur Eröffnung gab es zudem verschiedene Tanzvorführungen der Tagesförderzentren Waldhof und Käfertal. Außerdem heizte die Trommelgruppe des Tagesförderzentrums Vogelstang den Gästen ein.

Schirmherr Lothar Mark dankte für die gelungene Präsentation, die ihn sehr bewegt habe. „Ein Vierteljahrhundert Kulturtage Vogelstang“ – Mark erinnerte, wie es dazu kam. Bereits 1993 habe es erste Ansätze gegeben. Als damaliger Kulturdezernent habe er dann die Initiative ergriffen. Die Kulturveranstaltungen, die früher der Bürgerverein durchgeführt habe, seien oft nicht so wahrgenommen und gewürdigt worden, wie gewünscht. „Kultur und Kunst muss aber ebenfalls in den Stadtteilen gefördert werden, und nicht nur in der Innenstadt“, betonte Mark.

Kräfte gebündelt im Arbeitskreis

Um das Ganze auf eine breitere Basis zu stellen und die Kräfte zu bündeln, sei 1994 der „Kulturarbeitskreis Vogelstang“ gegründet worden. Unter anderem mit Dieter Laux, Werner Herr, Harald Pröbstel, Marianne Merz und Gerhard Noack – von denen nicht wenige bis heute dem Kulturarbeitskreis die Treue hielten. „Das Besondere an den Kulturtagen Vogelstang ist, dass das Programm breit gefächert ist, dass man neben eigenen Künstlern auch andere zulässt und dass alle Veranstaltungen kostenlos sind, so dass alle Menschen Zugang zu dem haben, was geboten wird“, erklärte Mark.

Das sei zweimal auch besonders gewürdigt worden: beim Empfang des Landes Baden-Württemberg 2001 und im gleichen Jahr beim Empfang in der Städtischen Kunsthalle. „ Hut ab vor dem, was die Vogelstang hier leistet, Hut ab vor so viel Können und Bürgerengagement“, verneigte sich Mark vor dem ehrenamtlichen Engagement. Die Grüße der Stadt überbrachte Stadtrat Raymond Fojkar (Grüne).

Bunte Vielfalt

Er dankte Viola Brauch, dem Moderator Werner Herr und Irene Betz als Sprecherin der Angehörigen für das bunte und vielfältiges Eröffnungsprogramm: „Das passt, ist erlebte Kultur, die Grenzen niederreißt, egal woher die Menschen kommen, ob mit oder ohne Behinderung“, sagte Fojkar.

Wichtig sei es, Berührungsängste abzubauen und miteinander aktiv zu sein, Grenzen zu überwinden durch Kultur, Kunst Musik und Sport. Fojkar dankte Lothar Mark als Mitinitiator der Kulturtage sowie den Organisatoren für ihre Arbeit. „Es ist nicht alltäglich, das so etwas aus der Bürgerschaft heraus entsteht“, lobte der Stadtrat. Moderator Herr schließlich dankte den Musikern Michael Herberger, Yvonne Betz, Rino Galiano und Ruben Rodriguez von den Söhnen Mannheims für die mitreißende musikalische Umrahmung der Feier.

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung nutzten die Besucher die Möglichkeit, das Tagesförderzentrum zu besichtigen und mehr über die dortige Arbeit zu erfahren.