Vogelstang

Vogelstang Sehenswerter Rätselkrimi bei den Kulturtagen in der Stadtteilbibliothek

Der plötzliche Tod des Schweinebarons

Bei den Kulturtagen Vogelstang, die noch bis zum 5. Juni laufen, wurde es dieser Tage besonders spannend: In der Stadtteilbibliothek, gab es den Live-Krimi „Damals in Albion“, in Szene gesetzt vom Musik- und Theaterensemble Tutu Toulouse. „Matthias Paul, der heute den Erzähler spielt, ist auch Mitglied im Ensemble des Capitol. Er hatte hier in der Bibliothek schon einmal einen Auftritt, und so kam es schließlich zu einer weiteren Kooperation“, sagte Christina Kaub, Leiterin der Zweigstelle.

Quiz zum Mitraten

„Der Freundeskreis der Bibliothek übernimmt die Kosten der Aufführung, ohne ihn läuft nichts.“ Wie sich herausstellte, hatte sich die Investition gelohnt. Kaum ein Platz war noch frei im Publikum, rund 70 Krimifreunde waren gekommen. Sogar ein Quiz zum Krimi gab es. In der Pause wurden Fragen zum Inhalt gestellt, wer möglichst viele beantwortete, konnte einen Preis gewinnen.

„Rache geht noch weiter als Vergeltung. Das Opfer rächt sich, indem es zum Täter wird“, mit Aussagen wie diesen, schauerlich und feierlich vorgetragen vom Erzähler Matthias Paul, beginnt der Krimi. Musikalisch untermalt wird das Geschehen von Dorothee Grubert am Kontrabass und Oliver Kuka an der Gitarre, Tina Kuka singt und spielt Xylophon.

Der Erzähler nimmt Platz in der Kulisse des heruntergekommenen Pubs „Albion“, der sich am Ort des Geschehens befindet: in Little Hutton, einer Kleinstadt im Norden Englands. Die Geschichte beginnt auf der Beerdigung des „Schweinebarons“ Harold Winston. Er wurde von allen nur „Smiley“ genannt und war durch die Errichtung einer Massentierhaltung mit angeschlossenem Schlachthof am Hafen reich und berüchtigt geworden.

Englischer Humor darf nicht fehlen: „Smiley hatte einen Prachteber namens Arnold, benannt nach einem steirischen Kraftmeier. Man nannte ihn den Sperminator.“ Doch der wirtschaftliche Aufschwung durch die Fleischwirtschaft bedeutet gleichzeitig auch den Niedergang der kleinen Fischreibetriebe, der Ort verliert durch den Schweinebaron allmählich sein ursprüngliches Flair. So kann man sich ausmalen, dass Smiley nicht nur Freunde hatte.

Ein Fischer namens Robert Quint begann zu trinken und starb daran, nun taucht dessen Neffe auf der Beerdigung auf. Auch Priscilla hat ein Mordmotiv, sie warf als junge Studentin ihre komplette Zukunft hin, um eine von vielen Geliebten des Schweinebarons zu werden. In einem Parfumfläschchen trägt sie eine mysteriöse Flüssigkeit mit sich…

Die musikalische Leistung des Ensembles war hervorragend, vor allem der Gesang von „Tina Toulouse“. Jedes Lied passte perfekt zur Szene, wie „Here Comes The Rain Again“ zur Beerdigung, oder „The First Cut Is The Deepest“ zu Priscillas Frust.

Das Stück „Damals in Albion“ ist ein Gemeinschaftswerk von Tutu Toulouse, Alexander Emmerich, Hagen Moscherosch, nach einer Idee von Carlo Schäfer. Prädikat: Absolut sehenswert!