Vogelstang

Vogelstang Rock-Konzert beim SSV Vogelstang zu den Kulturtagen

Donnerndes Trommel-Gewitter zieht übers Gelände

„Ihr seid für etwas Hartes zu gebrauchen!“, forderte Sänger Boris Proegler das Publikum heraus. Dichter weißer Shownebel umhüllte das Quintett und unter den kräftigen Hieben von Schlagzeuger Dee Dee Priest begannen die kirschroten Trommeln heftig zu wackeln an. Nach zweijähriger Pause fand wieder das Festival „SSV Rockt“ statt, an drei Tagen auf dem frisch renovierten Eventgelände des Fußballjugend-Fördervereins des SSV.

Nach den beiden Auftritten von Dirty Doc und Edelweiss an den vorangegangenen Tagen sorgte die Cover-Rock-Kapelle Judas Priester am dritten Abend für ein euphorisches Finale der siebten Ausgabe von „SSV Rockt“. Erstmals war das Festival nun Programmteil der Kulturtage.

In der Veranstaltungsbranche sind Cover-Bands mit am erfolgreichsten und ziehen ein großes Publikum an. Sie bringen Hits als authentische Interpreten auf die Bühne, nicht selten vom Scheitel bis zum Schuh schillernd kostümiert wie die Vorbilder. An seinem Hosenbund trug Boris Proegler, der Sänger von Judas Priester, daher silberne Handschellen.

„Einige sind textsicher hier“, lobte der Sänger die Zuhörer und erkundigte sich: „Wer ist alles mit dem Moped da? Ich rede nicht von Mofas.“ Häufig verwenden Motorradclubs die Musik der britischen Heavy-Metal-Institution Judas Priest als Soundtrack zur ihrem Lebensgefühl. Auf der Bühne stimmte das fünfköpfige Mannheimer Imitations-Ensemble geläufige Songs an wie „Breaking The Law“, „United“, „Living After Midnight“ und „Rock Hard Ride Free“, die bekanntesten Klassiker der Urformation um Rob Halford. Mit rot anlaufendem Gesicht schmetterte Sänger Boris Proegler, der im hessischen Bürstadt lebt, eine Nummer nach der anderen. Über das Gelände zog ein donnerndes Bass-Trommel-Gewitter zusammen mit pfeilschnellen Gitarren-Riffs hinweg.

Das Open Air „SSV Rockt“ war in den vergangenen beiden Jahren ausgefallen. „Der Hauptgrund war, dass einer meiner besten Freunde, Karlheinz ‚Kalle’ Hemberger, 2017 verstorben ist“, bedauerter Organisator Peter Linde, der seit 15 Jahren Jugendtrainer beim Spiel- und Sportverein ist. „Unser Kalle war ein klasse Typ, der wie fünf Helfer gearbeitet hat“, sprach Linde seine Anerkennung für den Freund aus. Deshalb wird im September wieder ein Benefizkonzert in Gedenken an das verstorbene Vereinsmitglied stattfinden, der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest. Als ehrenamtlicher Helfer stieß Platzwart Emil Büttner vom benachbarten Reiterverein zu den SSV-Fußballern.

Eine mehr als 1000 Quadratmeter große Fläche umfasst das neue Eventgelände, das mit dem siebten „SSV Rockt“ nun seine Feuertaufe erlebte, inklusive Vereinsheim. Ab sofort kann das zwischen der Vogelstang und Wallstadt gelegene Areal auch für Privatveranstaltungen gemietet werden. hfm