Vogelstang

Vogelstang David Helbock’s Random Control zu Gast im Nachtcafé / Publikum begeistert

Ein wahrer Ohrenschmaus

Archivartikel

Es war einfach nur sensationell, was die drei Musiker David Helbock, Johannes Bär und Andreas Broger auf die winzig kleine Bühne des Nachtcafés im evangelischen Gemeindezentrum auf der Vogelstang zauberten. „Das war nicht nur ein Konzert. Das war ein Geschenk“, kommentierte Werner Herr den Auftritt der drei Vorarlberger. Es sei das zweite Mal in der 28-jährigen Geschichte, dass er Tränen vor Begeisterung in den Augen gehabt hatte, erzählte Herr ganz gerührt.

Orchestraler Klang

Was die Musiker zuvor in zwei Stunden serviert hatten, ist kaum zu beschreiben. Man hätte auf jeden Fall denken können, ein ganzes Orchester wäre auf der Bühne gestanden, denn die Drei spielten mehr als zwei Dutzend Instrumente , aber es blieb dabei, es waren nur drei Musiker: David Helbock, Johannes Bär und Andreas Broger. Die Drei spielten Musik aus der aktuellen CD „Tour d‘ Horizon“ , die beim renommierten Label ACT Music erschienen ist. Helbock hat sich dabei bei seinen Lieblingsjazzpianisten bedient und immer deren bekanntestes Stück neu arrangiert.

So erklingen spannende, groovige neue Versionen von Watermelon Man (Herbie Hancock) oder Bolivia (Cedar Walton), aber auch ruhige, die Seele ansprechende Stücke wie My Song (Keith Jarrett) und andere. „Ich halte diesen Musiker mit dem Strickkäppi für einen der besonders aufregenden des jungen Jazz aus Europa. Wenn David Helbock spielt, erlebt man Neues. Und es ist nie verkopfte Musik – sondern eine, die den Kopf und den Körper mitreißt,“ formulierte es einmal Roland Spiegel vom Bayerischen Rundfunk.

David Helbock selbst ist für Piano, Inside Piano, Electronics und Percussion zuständig. Johannes Bär spielt Trompete, Flügelhorn, Bassflügelhorn, Sousaphone, Tuba, Alphorn, Beatbox, Didgeridoo, Electronics, Percussion. Andreas Broger lieferte die fehlenden musikalischen Zutaten wie Sopransaxofon, Tenorsaxofon, Klarinette, Bassklarinette, Flöte, Recorder, Flügelhorn und Percussion. Interessant war da, dass manchmal gleich zwei Instrumente gleichzeitig von einem Musiker gespielt wurden. Dass das aus der Volksmusik stammende Alphorn in den Jazz des Trios Eingang gefunden hat, ist sicher eine der Besonderheiten der drei Könner.

Über die Jahre hat sich so ein ganz eigenständiger Bandsound entwickelt, und egal, was David Helbock als Ausgangsmaterial wählt, ob wie in der Vergangenheit österreichische Volksmusik oder auch viele Eigenkompositionen und jetzt eben diese „Pianoplayer´s Hits“: Immer entsteht eine ganz eigene und eigenständige Komposition.

Übrigens verabschiedeten sich die Musiker an diesem Abend vom Klavier, das über 28 Jahre gute Dienste im Nachtcafé geleistet hatte. Es erklang zum letzten Mal, und die Drei sagten ganz emotional mit Posaune und Saxofon „Servus“.

„Ich habe Stücke von meinen Lieblingspianisten für diese CD ausgesucht, die meinen musikalischen Horizont erweitert haben“, erklärte Helbock. So beinhaltete das Konzert Stücke von Abdullah Ibrahim, Joaquín Rodrigo, Duke Ellington Joe Zawinul, Miles Davis, Herbie Hancock, Keith Jarrett, Carla Bley, Cedar Walton oder Paul Desmond, aber immer mit der unverkennbar eigenen Note von David Helbock.

„Eine echte Offenbarung, ein kaum zu überbietender Ohrenschmaus“, so Pfarrer Berns Brucksch, der die Musiker in den höchsten Tönen lobte: „Die können echt spielen“.