Vogelstang

Vogelstang Polizeikommissar Alfred Kopke gab Senioren im Fritz-Esser-Haus Tipps für mehr Sicherheit im Alltag

Experte warnt vor Betrügern

„Die kommen auf die tollsten Dinge. Es sind vor allem Ältere, die darauf reinfallen. Diese Schurken haben dann ein leichtes Spiel“, mahnte Polizeikommissar Alfred Kopke. Zum ersten Mal kam der Polizeibeamte zu Besuch ins Fritz-Esser-Haus, um für die dort wohnenden Rentner und Ruheständler einen Vortrag mit der Überschrift „Prävention und Schutz vor Täuschungen“ zu halten. In seinem 80-minütigen Referat behandelte der Präventionsexperte brisante Betrugsmaschen, wie den Enkeltrick, mit denen Kriminelle die Ersparnisse von älteren Mitbürgern ergaunern wollen.

Einfühlsam, aber auch eindringlich, vermittelte Alfred Kopke seinen Zuhörern im sozialen Miteinander einen Mittelweg zwischen gesundem Misstrauen und Vertrauen zu finden, basierend auf geschulter Menschenkenntnis. „Ihr habt eure eigene Wohnung, ihr habt Telefon, könnt rausgehen, ihr könnt alles machen“, analysierte der Polizeikommissar. Doch wie sollte man sich als mündiger Bürger verhalten, wenn dreiste Täter unbemerkt in die persönliche Wohnung eindringen? Zum Beispiel sei es bereits vorgekommen, dass sich fremde Täter in Altersheimen als neue Auszubildende vorgestellt hätten, um schließlich in einem Moment der Unachtsamkeit den Geldbeutel und Schmuck aus den Wohnungen der Pensionäre zu entwenden.

In der Bank diskret verhalten

Mit solchen Beispielen möchte der 54-Jährige Polizeibeamte seine Mitmenschen für kriminelle Situationen sensibilisieren. „Geht zur Polizei, macht die Anzeige, damit wir wissen, wo wir ansetzen müssen“, ermutigte Kopke seine Zuhörer. Außerdem machte der Kommissar, der seit 2005 im Käfertaler Polizeirevier arbeitet, darauf aufmerksam, sich beim Geldabheben in der Bank – ob am Schalter oder am digitalen Automaten – diskret und verschwiegen zu verhalten. Auf Anraten der Polizei zählen die Bankangestellten das abgehobene Bargeld auf dem Tresen nicht mehr laut vor, um keine falschen Begehrlichkeiten bei nebenstehenden Dritten zu wecken.

Zusätzlich führte der Polizeikommissar drei aufklärende Videoclips vor, zum Beispiel über das kriminelle Fallbeispiel „Der falsche Polizeibeamte“, wenn sich skrupellose Täter als Polizisten ausgeben, um mit psychologischen Tricks das Vertrauen der Bürger zu gewinnen – insbesondere bei der älteren und gutgläubigen Menschen, zu denen sich Kommissar Kopke ebenfalls zählt. „Hilfsbereitschaft an der Haustür zahlt sich nicht aus. Seid misstrauisch. Wenn ihr einen Türspion habt, schaut erst durch und macht die Kette davor“, riet der Präventionsbeamte, der früher als Jugendsachbearbeiter gearbeitet hat.

Beim Papier-und-Bleistift-Trick klingeln scheinheilige Diebe an der Haustür, um nach Schreibmaterial zu bitten, weil die Täter vorgeblich dem Nachbarn eine Nachricht in den Briefkasten werfen möchten. „Warum kommt der gerade zu mir? Warum geht der nicht zur Gaststätte oder ins Vogelstangcenter nebenan? So müssen Sie denken“, regte Gastredner Kopke an.

Zwischendurch erzählten zwei Bewohnerinnen, wie ihnen unterwegs die Handtasche geklaut wurde, indem die Diebe mit einem Messer die Träger durchschnitten. Darum sollten die Bürger ihr Gepäck in der Straßenbahn stets aufmerksam fest umklammert halten, informierte Alfred Kopke.