Vogelstang

Vogelstang Bürgerchor feiert 20-jähriges Bestehen im Bürgersaal / Vor allem männliche Tenöre bei den Proben willkommen

Jubelkonzert regt zum Mitsingen an

Vor 20 Jahren kamen im Frühjahr 15 Damen und Herren mit der Idee, einen bürgerlichen Chor mit deutschen Liedgut zu gründen, auf der Vogelstang zusammen. Im Oktober 1998 war es dann soweit. Der Bürgerchor begann mit den Proben. Der erste Chorleiter hieß Thorsten Gedack. „Mit seinen jungen 20 Jahren war er an dieser Stelle genau der Richtige“, erinnerte sich Gunter U. Heinrich. Der Vorsitzende des Bürgervereins wollte es sich an diesem Nachmittag nicht nehmen lassen, auf dem Jubiläumskonzert des Bürgerchors gemeinsam mit vielen Zuhörern eine Zeitreise durch das Liedgut der vergangenen Jahre zu unternehmen.

Seit 2005 hat Florian Moser zuerst in Vertretung, ein Jahr später dann in dauerhafter Funktion, das Amt des Chorleiters inne. „In der Spitze waren wir damals 45 Stimmen“, wie er beim Auftritt im Bürgersaal berichtete. An diesem Tag konnte Moser immerhin auf 25 Sängerinnen und Sänger zurückgreifen. Während Solist Alexander Brock seinen Auftritt wegen Krankheit absagen musste, erklomm Sopranistin Yen Nhi Nguyen bei „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ die höchsten Töne mit Bravour. Bestens eingestimmt zeigte sich gleichfalls Sängerkollegin Anja Hartlieb. Die Sopranistin sang fröhlich „Ich bin die Christel von der Post“. Zuvor schon hatte der Chor den Vogelstangwind in der textlich bearbeiteten Version des „Pfälzer Winds“ sowie die „Macht der Musik“ beschworen.

Liedtexte liegen aus

Während das Publikum bei den ersten Liedern noch etwas zurückhaltend agierte, war damit spätetens beim Udo-Jürgens-Potpourri Schluss. Selbst in den letzten Stuhlreihen im gutgefüllten Bürgersaal wurde bei „Griechischer Wein“ mit den Füßen gewippt. Ob mit klassischer Chormusik, wie mit Verdis „Chor der Gefangenen“ aus der Oper Nabucco, oder Chansons, Schlagern oder Volksliedern – das Ensemble zeigte sich bestens präpariert. Um den Saal zum Mitsingen zu ermuntern, hatte Florian Moser Flugzettel mit Textpassagen aus „Ein Jäger aus Kurpfalz“ oder „Bunt sind schon die Wälder“ auslegen lassen. Ob der Chorleiter damit einen Hintergedanken hegte, das eine oder andere Gesangstalent zum Mitmachen zu bewegen, wollte er nicht verraten. „Tatsächlich suchen wir immer Stimmen“, meinte er. Vor allem Männerstimmen im Tenorbereich seien gefragt, wie Florian Moser betonte, der seinen Chor beim Dirigieren selber gesanglich unterstützt.

Lange ist es her, dass mit Kenneth Ross und Helmut Bajohr (beide sind mittlerweile verstorben) zwei Veteranen des Opernchors des Nationaltheaters ihre Stimmen im Bürgrchor erklingen ließen. „Als mein Vater in Rente ging, konnte der Bürgerchor ihn als festes Mitglied gewinnen“, erzählte Cornelia Bajohr-Vieweg. Heute setzt die Tochter die Chortradition der Familie auf der Vogelstang fort. „Singen ist die beste Medizin“ meinte sie. Sie würde sich freuen, neue Sängerinnen und Sänger begrüßen zu dürfen. Geprobt wird beim Bürgerchor jeden Donnerstag ab 18 Uhr in der Freizeitstätte des Bürgervereins, Freiberer Ring.