Vogelstang

Vogelstang Verärgerung im Bezirksbeirat – Verkehr auf der Magdeburger Straße reicht laut Gutachten für Lärmschutzwand nicht aus

„Laut, aber nicht laut genug“

Die Erschließung des Taylor-Gewerbegebiets mit der Abwicklung des durch die angesiedelten Logistikunternehmen einhergehenden Schwerlastverkehrs ist nach Meinung der Vogelstängler Bezirksbeiräte nach wie vor unbefriedigend gelöst. Deutliche Worte gab es deshalb bei der jüngsten öffentlichen Sitzung in Richtung Verwaltungsbank. Doch während sich die Stadtteilpolitiker teilweise in Rage redeten, kam von Seiten der Bürger keine einzige Wortmeldung. Sie haben die Hoffnung wohl aufgegeben, dass sich hinsichtlich Verkehrsbelastung, Lärm- und Schadstoffemissionen zu ihren Gunsten noch etwas ändert.

Die Anmerkungen der Verwaltungsvertreter wiesen klar in diese Richtung. „Laut, aber nicht laut genug“, bedauerte Ulrike Kleemann. Anne Pieper von der MWS Projektentwicklungsgesellschaft verwies auf den Abwägungsprozess im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens: „Der Park wird so gebaut und die Unterbrechung kommt so“, sah sie keinerlei Spielraum für nachträgliche Korrekturen bei der Gestaltung des Rosslauer Wegs mehr. Der Bezirksbeirat hatte von Anfang an davor gewarnt, diesen durch den Grünzug, der sich durch Taylor zieht, zu zerschneiden. Im Ergebnis wird die direkte Verbindung zwischen Spreewaldallee und Magdeburger Straße gekappt, was zur Folge hat, dass die Lkw alle den Umweg über die Chemnitzer Straße nehmen müssen.

Nicht zum Wohle der Bürger

„Man hat hier Tatsachen geschaffen und zementiert – unverschämt“, hielt CDU-Sprecher Volker Kögel mit seinem Unmut nicht hinterm Berg. Jetzt, wo sich zeige, dass eine direkte Anbindung der Spreewaldallee an die B 38 nicht möglich sei, räche es sich, dass man die Möglichkeit einer durchgängigen Verbindung im Rosslauer Weg nicht offen gelassen habe. SPD-Sprecher Uwe Sievers äußerte sein Unverständnis, warum man nicht zum Wohle der betroffenen Bürger entscheide und sich stattdessen mit aller Gewalt an die gesetzlichen Vorgaben halte. Als „Schlag ins Gesicht“ wertete Gunter U. Heinrich (ML/Freie Wähler) die Stellungnahme der Verwaltung. „Sie spielen das Thema runter. Wir haben in diesem Bereich Schwerlastverkehr rund um die Uhr. Die Leute verlassen teilweise ihre Quartiere, weil es nicht mehr auszuhalten ist.“ Die Lebensqualität der Menschen dürfe nicht auf der Strecke bleiben.

„Überhaupt nicht zufrieden“ zeigte sich Peggy Chipman (Linke). „Es kommen immer die gleichen Antworten“, klagte sie. „Ich höre von vielen Bürgern etwas anderes.“ Vor allem die Lärmbelastung für die Bewohner der Magdeburger Straße nördlich der Weimarer Straße sei grenzwertig, so die Bezirksbeirätin. Doch laut Lärmkartierung wird der Schwellenwert von 70 dB(A) nur direkt an der Straße überschritten, wie Ulrike Kleemann berichtete. Sie bezog sich weiterhin auf ein Verkehrsgutachten, das im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan erstellt worden war: „Mit 4000 Fahrten pro Tag gibt es nicht mehr Verkehr als zu Zeiten der Amerikaner.“

Aus diesem Grund erteilt die Stadt auch der Errichtung einer Lärmschutzwand zwischen Weimarer Straße und B 38 eine Absage. Da momentan ohnehin eine Machbarkeitsstudie zur Herabstufung der B 38 laufe, mache eine derartige Maßnahme frühestens im Rahmen einer Gesamtbetrachtung Sinn. „Kein Budget vorhanden“, lautet die ablehnende Antwort auf die Anfrage der Bezirksbeiräte nach der Möglichkeit der Einrichtung eines Kreisverkehrs im Bereich Spreewaldallee. Die Verkehrsbelastung im Knotenpunkt sei jetzt schon zu hoch.

Gabriele Reisigel (CDU) fragte nach, warum die sechs geplanten Bushaltestellen rund um Taylor keinerlei Fahrgastunterstände erhalten sollen. Damit lasse man die Fahrgäste der Verkehrsbetriebe bei schlechtem Wetter im Regen stehen. Hier erfolgte der Hinweis auf hohe Kosten von insgesamt 150 000 Euro, die so nicht eingeplant seien. „Wir können aber dort, wo die Möglichkeit besteht, einen Unterstand zu stellen, die nötigen Voraussetzungen schaffen“, hieß es.