Vogelstang

Ost/Vogelstang Bezirksbeirat fordert öffentliche Sitzung zur Zukunft des Hallenbads im Stadtteil

„Minimal“ – aber nicht „nutzerorientiert“?

Der Bezirksbeirat Vogelstang setzt sich weiterhin für die Zukunft des Hallenbads im Stadtteil ein – und meldet sich nun mit Kritik an der Verwaltung und der Forderung nach einer öffentlichen Sitzung zur Zukunft des Bades zu Wort.

Bedenken bezüglich des bundesweiten Bädersterbens auf Kosten der Schwimm- und Rettungsausbildung seien ja schließlich in den vergangenen Jahren von vielen Seiten vorgebracht worden. Auch für die privaten Nutzer auf der Vogelstang seien die geplanten Kombi-Bäder im Herzogenried und in der Gartenstadt kein Ersatz, da sie mit dem ÖPNV nur mit langen Fahrtwegen erreichbar sind. Berücksichtigt werden sollte aus Sicht der Bezirksbeiräte auch, dass die Vogelstang aus demografischer Sicht der älteste Stadtteil Mannheims ist. Vor allem für diese ältere Bevölkerungsgruppe sei das Hallenbad eine wichtige Säule zur Erhaltung der Gesundheit und der Mobilität sowie für Reha-Angebote. Die Mehrheit des Gemeinderats habe ja dieses Problem zuletzt anerkannt und beschlossen, dass zumindest auch ein „minimales, nutzerorientiertes Badeangebot“ auf der Vogelstang von der Verwaltung geprüft werden solle.

Die Bezirksbeiräte befürchten nun, dass dieser Prüfauftrag vonseiten der Verwaltung bisher nur halbherzig angegangen wurde. So sei die im Ausschuss für Sport- und Freizeit vorgestellte Beckenplanung „für die vom Arbeitskreis Bäder identifizierten Nutzergruppen, insbesondere Grund- und weiterführende Schulen und die DLRG, völlig ungeeignet“.

Ein Stück Lebensqualität

Bei der aktuell geplanten Beckentiefe von maximal 1,35 Meter seien Sprünge ins tiefe Wasser nicht möglich, und mit der geplanten Länge von weniger als 15 Meter ein Streckenschwimmen auf Zeit aufgrund der zahlreichen Wendungen wie auch rechnerisch „nicht sinnvoll machbar“. Für alle Tauch- und Sprungübungen einer Rettungsschwimmausbildung ebenso wie bei der Ausbildung für das Schwimmabzeichen Bronze, das aus Sicht der Schwimmsportverbände erst die grundsätzlich sichere Schwimmfähigkeit ausweise, müssten die Kursteilnehmer in ein anderes Bad wechseln. In der Sitzung im September hat der Bezirksbeirat Anfragen bezüglich der Beckenplanung und Lokalisierung für das Badeangebot an die Verwaltung weitergeleitet. Während andernorts in Mannheim für Sanierungsprojekte hohe Millionenbeträge ausgegeben würden, sei es den Vogelstänglern zunehmend schwer zu vermitteln, dass für ihren Stadtteil, in dessen Infrastruktur lange nichts mehr investiert worden sei, nicht genug Geld da sein soll, um ein wichtiges Bildungs-, Sport- und Freizeitangebot zu erhalten. Mit dem Wegfall des Hallenbades verlören die Bürger ein weiteres Stück Lebensqualität auf der Vogelstang.

Die Bezirksbeiräte wünschen sich nun transparente Informationen zum Stand der Dinge in der öffentlichen Sitzung am 25. November, in der auch die Bürger die Möglichkeit bekommen sollten, ihre Fragen zum Thema Hallenbad zu stellen.