Vogelstang

Vogelstang Bezirksbeirat verzichtet auf November-Sitzung / Themenanfragen von der Verwaltung schriftlich beantwortet

Nachts kein Tempo 30 auf der Magdeburger Straße

Archivartikel

Eigentlich hätte der Bezirksbeirat ja am 27. November zu seiner nächsten öffentlichen Sitzung zusammenkommen sollen. Doch der Termin wurde abgesagt – mangels Themen. Von denen gibt es freilich genug, etwa was die Zukunft des Hallenbads betrifft. Dafür braucht es derzeit freilich noch etwas Geduld, eine endgültige Entscheidung darüber, wie es mit dem Bad weitergeht, ist noch nicht gefallen. Dennoch wird im Stadtteilparlament weiter politische Basisarbeit geleistet. Die Themen, die die Bezirksbeiräte der Verwaltung eingereicht hatten, beantwortete das Rathaus jetzt schriftlich. So richtig gefallen werden den Vogelstängler Räten die Schreiben wohl nicht. Etwa, wenn es um die von ihnen gewünschte nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Magdeburger Straße geht.

An Voraussetzungen gebunden

So hatte der Bezirksbeirat die Verwaltung gebeten, sie möge doch prüfen, welche Auswirkungen eine zeitlich befristete Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer nachts von 22 bis morgens um 6 Uhr auf den Verkehr haben könnte, es geht um den nächtlichen Lärmschutz für die Anwohner. Keine Auswirkungen, antwortete jetzt das Dezernat des zuständigen Bürgermeisters Lothar Quast, nur etwa zehn Prozent des täglichen Verkehrsaufkommens spiele sich in der angefragten Zeit ab. Wer allerdings glaubte, nun stünden bald Tempo 30 Schilder entlang der Magdeburger Straße, hat sich zu früh gefreut. Schließlich sei man beim Thema Geschwindigkeitsabsenkung an die Voraussetzungen der Straßenverkehrsordnung gebunden, so steht es im Antwortschreiben der Verwaltung.

Danach müsse ein konkreter Grund vorliegen, etwa zu viel Lärm, eine Unfallhäufung oder die Nähe zu einem Altenheim oder einem Kindergarten beispielsweise. Nach der Lärmkartierung der Stadt (gis-mannheim.de) würden die genannten Werte freilich nicht überschritten, Tempo 30 aus Lärmschutzgründen sei daher nicht möglich, so die Antwort aus dem Rathaus.

Auch die Halteunterstände der Stadtbahnlinie 7 mahnten die Bezirksbeiräte an. Diese seien noch immer nicht wetterfest, man bitte um schnelle Abhilfe. Schließlich habe der Rat bereits 2018 diesen Antrag gestellt, passiert sei freilich bisher nichts. Und das hat laut Stadt auch einen Grund: An der Haltestelle Vogelstang West registriere man seit mehreren Jahren einen Schwerpunkt von Vandalismus, die dortigen Unterstände seien bereits mehrfach vollkommen demoliert worden. Sie würden daher „einzelfallbezogen standortspezifisch“ nicht durch den neuen Betreiber (die Firma Wall) getauscht. Die RNV habe die Häuschen zur Wartung übernommen, nach den Scheibenbrüchen durch Vandalismus behalte sich das Verkehrsunternehmen vor, die Rückwand und Seitenscheiben neu zu bestücken. Derzeit böten die Unterstände mit einem Dach und einer Sitzgelegenheit einen „hinreichenden Wetterschutz“, so die Stadt, man bitte die Bevölkerung hier um Verständnis für diese Entscheidung.

Die Bezirksbeiräte hatten sich auch für die Modellsportbootgruppe des Bürgervereins ins Zeug gelegt, diese benötigt dringend einen Platz für einen kleinen Container in unmittelbarer Nähe des unteren Vogelstangsees, in dem sie ihr Rettungsboot unterbringen kann. Derzeit stehe das Boot im Keller der Werkrealschule, und es sei recht beschwerlich, es an den See zu hieven. Die Räte wollten nun wissen, ob so ein Container zwischen Schulsportgelände und Telekom einen Platz finden könnte.

Die Stadt kann, so ihr Antwortschreiben, derzeit kein geeignetes Gelände in unmittelbarer Nähe zum See zur Verfügung stellen. Falls der Container allerdings maximal die Größe eines Pkw-Stellplatzes habe, könnte er bis zum Beginn des großen Schulbau-Projekts (2022/2023) auf dem von der Schule genutzten Grundstück unterkommen – sofern die Modellsportgruppe die volle Verkehrssicherungspflicht übernimmt. Den Standort muss sie dann noch mit der Schule und dem Fachbereich Bildung abstimmen.

Radweg durch Planke sichern

Auch um die Sicherheit auf dem Radweg nach Viernheim, neben den OEG-Gleisen, hat sich das Gremium gekümmert. Der ist vom Kraftfahrzeug-Verkehr nur durch eine Doppellinie getrennt. Weil dort häufig schneller gefahren werde als erlaubt und sie die Situation als gefährlich einstuften, schlagen die Stadtteilpolitiker vor, eine durchgezogene Leitplanke zu installieren. Die habe dann auch den Vorteil, dass Waldbesucher ihre Autos nicht mehr in den Radweg hinein abstellen, auch das würde die Gefahren entschärfen.

Sofortige Hilfe konnte die Stadt auch hier nicht bieten. Immerhin soll die städtische Unfallkommission aus Polizei, RNV und Verwaltungsstellen den Vorschlag nun prüfen, der Bezirksbeirat werde dann informiert, wie die Sache ausgeht.