Vogelstang

Vogelstang Jochen Woithe und seine Saxofonia zieht es immer wieder ins Nachtcafé zurück

Saxofone bieten „großes Kino“

Archivartikel

„Tatatataa - rumkrawumm - tatatataa - rumkrawumm - tatatataaaaaaa!“ – mit dieser bekannten Intromelodie des Filmstudios 20th Century Fox startete die Gruppe Saxofonia in ihren Konzertabend im Nachtcafé. Ein glamouröser Auftakt, der nicht passender hätte sein können, denn eingefleischte Fans des Ensembles wissen, dass danach schließlich auch großes Kino folgt.

Das Konzept der Gruppe, Musik ausschließlich mit Saxofonen zu spielen und damit auf sämtliche Rhythmus- und Harmonie-Instrumente zu verzichten, mag zunächst ungewöhnlich erscheinen; nach kurzem Zuhören wird jedoch schnell klar, dass man bei dieser Besetzung Bass, Schlagzeug und andere Instrumente keineswegs vermisst. Auch beim diesjährigen Auftritt der vier Musiker Jochen Woithe (Baritonsaxofon), Norbert Zimmermann (Tenorsaxofon), Christoph Krzeslack (Altsaxofon) und Ralf Brinkmann (Alt- und Sopransaxofon) im kleinen Saal des Evagelischen Gemeindezentrums wurden die zahlreich erschienen Besucher nicht enttäuscht: Klassiker des Jazz und Swing, Pop- und Ragtime-Titel und sogar ausgewählte Volksmusikstücke, gekonnt und größtenteils auswendig vorgetragen, nahmen die Zuhörer mit auf eine akustische Reise durch sämtliche Musikgenres und machten das Instrument Saxophon in all seinen Facetten erlebbar.

Evergreens wie „When The Saints Go Marching In“ oder „Hit The Road Jack“ waren ebenso Teil des Konzerts wie unbekanntere Stücke, beispielsweise von Gordon Goodwin und Harald Housley. Neben zahlreichen amerikanischen Songs spielte das Ensemble mit einer von Christoph Krzeslack arrangierten Version von „Guataca City“, einem Stück des Jazz-Saxofonisten Paquito D’Rivera, auch kubanische Klänge.

Voller Körpereinsatz

Doch wer das Saxofon-Quartett kennt, der weiß, dass sich die Auftritte der Gruppe nicht auf die reine Akustik beschränken: Die vier Musiker verstehen es nämlich auf herausragende Art und Weise, bei ihren Konzerten nicht nur vollen musikalischen, sondern auch vollen Körpereinsatz zu zeigen und ihr Saxophonspiel durch kleine, humorvolle Performances zu unterstreichen: Da wird beim Vortrag von James Browns Klassiker „I feel good“ im Takt des Songs abwechselnd in die Knie gegangen oder während eines Solos ein Stuhl in der ersten Reihe bestiegen.

„Uns macht es Spaß, beim Spielen mit dem Publikum zu interagieren und es auch an passender Stelle zum Lachen zu bringen“, erklärt Jochen Woithe, der das Ensemble vor 27 Jahren gründete und mit viel Witz durch das Programm führte. „Dafür ist es wichtig, dass wir die Stücke komplett auswendig können.“ „Saxofonia“ treten bereits seit über 15 Jahren immer wieder im Nachtcafé auf. „Hier kommen wir jederzeit gerne her, weil die Atmosphäre einfach toll ist“, erzählt Woithe. „Wir haben auch schon viele unserer Jubiläen mit einem Konzert im Nachtcafé gefeiert, zu dem wir dann befreundete Künstler eingeladen haben.“ juw