Vogelstang

Ausstellung Marianne Merz zeigt Werke aus 30 Jahren

Schleuse ist Lieblingsmotiv

Ob auf Leinwand, Pappe oder Papier – Marianne Merz verleiht ihren Bildern stets einen besonderen Blick auf das Einzelne. Kurbel, Brücke, Leiter oder Geländer standen so auf der Vernissage im evangelischen Gemeindezentrum im Fokus. In der Ausstellung „Tore und Brücken“ zeigte die auf der Vogelstang lebende Mannheimer Malerin eine Auswahl ihrer Arbeiten aus den vergangenen 30 Jahren. „Es sind aber auch aktuelle Werke dabei“, betonte Merz. Die in Berlin geborene, aber seit 1968 in Mannheim lebende Künstlerin, zählt zu den markanten Persönlichenkeiten der Kulturtage Vogelstang.

Sommeratelier in Burgund

Sie ist selbst seit Start der Reihe im für die Organisation zuständigen Kulturarbeitskreis engagiert. Aus ihrer Sicht sind die Kulturtage ein wichtiges Angebot für den Stadtteil. „Es ist niemals Routine für mich geworden“, verriet sie. Das gilt ebenso für ihre Kunst. Mit dem Ausstellungsthema widmete sie sich einem ihre persönlichsten Motive. „Mein Mann und ich bewohnen den Sommer über ein Schleusenhaus in Burgund“, berichtete sie. Dort verarbeitet Merz ihre Inspiration.

Im ersten Leben sei sie Ingenieur gewesen. Später arbeitete Marianne Merz 30 Jahre im Schuldienst. Mittlerweile könne sie auf 256 Ausstellungen im In- und Ausland verweisen, berichtete stolz ihr Ehemann Eberhard Merz. „Mich fasziniert dieses alte Schleusentor“, erzählte Marianne Merz. 1898 gebaut, kämpfe es auch heute noch gegen das Wasser. Doch die Technik könne die Natur nicht besiegen.

Marianne Merz empfindet Glück, Ruhe und Zufriedenheit, wenn sie an einem Bild arbeitet. Sie malt jeden Tag und manchmal ist es wie Träumen. „Im Vorfeld einer Ausstellung nimmt sie sogar nachts Pinsel und Stift zur Hand“, erzählt ihr Mann. Die Farben seien ihr Leben. Die Verbindung zu Alfred Huber, der die Einführung auf der Vernissage übernahm, ist ebenfalls eine persönliche. „Ich besuche nicht nur regelmäßig seine Vorlesung an der Abendakademie“, berichtete Marianne Merz. Das Ehepaar Huber sei auch schon im Burgund im Schleusenhaus zu Besuch gewesen.

Bewundernswert sei das, „was die Malerin in ihren Werken daraus abgeleitet hat“, meinte der ehemalige Leiter der Kulturredaktion des „Mannheimer Morgen“. „Ihr ist es gelungen, das Verhältnis von Natur und Technik in Poesie aufzuarbeiten“, so Huber. Auch die musikalische Umrahmung der Vernissage von Sebastian Osswald umspielte das Ausstellungsthema. Mit Händels Wassermusik hatte der Kantor der evangelischen Gemeinde die Überschrift musikalisch perfekt aufgegriffen. In guter Stimmung zeigte sich ebenso Gastgeber Bernd Brucksch. „Es ist ein besonderes Erlebnis, wenn Kunst und Menschen zusammenkommen“, betonte der Pfarrer. „Wir als Gemeinde sind stolz, an den Kulturtagen teilnehmen zu dürfen.“ jba