Vogelstang

Schöne Bescherung

Roger Scholl zur Absage des Weihnachtsmarkts

Ein abgesagter Weihnachtsmarkt – und viele enttäuschte Menschen auf der Vogelstang, die sich nun damit abfinden müssen, dass eine jahrzehntelange, liebgewonnene Tradition gebrochen wurde. Freilich konnte der Bürgerverein als Ausrichter des Markts in diesem Fall nicht anders handeln. Das versicherungsrechtliche Risiko, ohne Genehmigung und nur mit Duldung der Behörden eine derart große Veranstaltung abzuhalten, wäre viel zu groß gewesen. Und man tut auch gut daran, sich jetzt – rechtzeitig – um eine Alternative für 2020 zu kümmern.

Und so bleibt denn die Frage nach dem Warum. Da hier die näheren Informationen fehlen, ob sich etwa Vorschriften geändert haben oder was sonst zur Entscheidung der Stadt beigetragen hat, lässt sich hier nicht beantworten. Stellen muss man allerdings noch eine andere Frage – die nach möglichen Alternativen. Gab es die nicht? Hätte die Stadt beispielsweise nicht für die wenigen Stunden, die der Weihnachtsmarkt dauert, dort eine Brandwache aufstellen lassen können? Das wäre wohlgemerkt eine politische Entscheidung gewesen. Und zwar eingedenk der besonderen Jahreszeit, mit Blick auf die vielen Kinder und Eltern, die nun genauso enttäuscht werden wie alle Mitwirkenden. Allesamt Ehrenamtliche, deren Verdienste die Kommunalpolitik an anderer Stelle nicht müde wird zu würdigen, und denen man stets die vollste Unterstützung zusichert. Ihnen allen hat man nun eine schöne Bescherung bereitet, und das ist zumindest politisch ungeschickt.