Vogelstang

Vogelstang 18-Jährige absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Grundschule und beim SSV / Nachfolger gesucht

Schule und Sport – ein „Heimspiel“ für Julia

Archivartikel

„Vorher“, sagt Julia Fenzlein und lächelt zufrieden, „vorher wusste ich eigentlich nicht so recht, wohin die Reise geht“. Nach dem Abitur im vergangenen Jahr hatte sich die 18-Jährige „einiges überlegt“, in welche Richtung sie sich mit dem Studium orientieren sollte. „Naja, Chemie, hatte ich gedacht, oder etwas im kaufmännischen Bereich, aber irgendwie war das halt alles nicht so hundertprozentig meins“.

Dann freilich habe sie im Internet diese Seite gefunden. „Da ging es um ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Bereich Schule und Sport, das hat mich gleich interessiert“. Und wie sich bald zeigen sollte, war das ein „Glücksfall“, wie sie selbst sagt: Mit ihrem FSJ bei der Vogelstang-Grundschule und beim SSV hat Julia Fenzlein ihre Bestimmung gefunden. „Das ist genau das Richtige, ich bin sehr glücklich und weiß bestimmt, was ich danach machen werde“.

Eigentlich ist ihr Einsatz auf der Vogelstang ein absolutes „Heimspiel“: Hier ist sie aufgewachsen, hier ging Julia zur Schule, ja sogar den SSV kannte sie aus eigener Erfahrung. „Bis zur sechsten Klasse habe ich dort mit viel Freude Volleyball gespielt“, bis sie sich dann im Geschwister-Scholl-Gymnasium mehr auf die Schule konzentrieren musste. Diese Nähe – ein großer Vorteil für die 18-Jährige, „ich bin in fünf Minuten an meinem Arbeitsort, und ich kenne mich an der Schule und im Verein gut aus.“

Verantwortung übernommen

Beide, die Vogelstang-Grundschule und die Volleyball-Abteilung des SSV, teilen sich die FSJ-Kraft auf. Bis 16 Uhr arbeitet Julia Fenzlein mal im Unterricht, hauptsächlich jedoch in der sportlichen Pausengestaltung im Ganztagsbetrieb der Schule mit. „Dafür bin ich mittlerweile verantwortlich, ich tanze mit den Mädchen, spiele Fußball mit den Jungs, wir machen gemeinsam Sportspiele“. Darüber hinaus hilft sie, die Kinder bei den Hausaufgaben zu unterstützen, „und ich biete inzwischen auch meine eigene AG an, da geht es ums Ballspielen, also Volleyball, Handball, Fußball, Basketball, ein bisschen was von allem“.

Um 16 Uhr hat Julia Fenzlein dort Feierabend – und wechselt dann zweimal die Woche fast fliegend hinüber in die Trainingshalle des SSV: „Dort unterstütze ich dann die Trainer bei der Ausbildung der Mädchen und Jungs im Grundschulalter“, kleinere Gruppen kann die FSJ-lerin sogar selbst betreuen: „Ich habe viel gelernt von den Ausbildern, und ich konnte ja im FSJ meine Übungsleiter-Lizenz machen, das gehört zu dieser Tätigkeit dazu.“ Innerhalb der ihr zustehenden 25 Bildungstage hat sie die Ausbildung zur Übungsleiterin C, wie die Lizenz offiziell heißt, im Fach Breitensport für Kinder absolviert, „eine tolle Chance“ sei das gewesen.

Beide Arbeitgeber sind richtig zufrieden mit ihrer engagierten Nachwuchskraft, „beim SSV sagen sie längst, ich sei ein richtiger ’Glücksfall’ für den Verein“, erzählt die 18-Jährige und freut sich über diese Art der Anerkennung. Die erfährt sie allenthalben, „den Kindern macht das genau so viel Spaß wie mir selbst“. Probleme gebe es nirgendwo, „nein, überhaupt nicht, das klappt alles echt super“. Und dass sie wenig Freizeit hat jetzt in ihrem FSJ, stört Julia keinesfalls: „Iwo, wissen Sie, ich gehe noch jeden Morgen und jeden Abend gerne zur Arbeit – genau wie am ersten Tag.“

Traumberuf Lehrerin

Im August ist das Freiwillige Soziale Jahr für Julia Fenzlein dann beendet, und es wird schon ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin für sie gesucht auf der Vogelstang. Ihre Bilanz ist jedenfalls durch und durch positiv: „Es war für mich wirklich die Erfüllung, eine Riesen-Chance“. Schließlich wisse sie jetzt ganz genau, wie es für sie danach weitergehen soll: „Ich bewerbe mich jetzt für ein Lehramt-Studium Grundschule, mein Schwerpunkt-Fach wird auf jeden Fall Sport sein“.

Wer erlebt, mit welcher Begeisterung die junge Frau über ihre Zeit an der Schule und beim SSV spricht, der spürt: Julia Fenzlein hat ihren Weg gefunden, und sie wird ihn unbeirrt gehen. Die 18-Jährige hat ihre Bestimmung gefunden, da ist sie sich ganz sicher. Bessere Voraussetzungen für den Erfolg kann man sich eigentlich kaum wünschen.