Vogelstang

Vogelstang/Franklin MWSP schreibt Brücke für Fußgänger und Radfahrer über die B38 aus

Verbindung zwischen Stadtteilen

Archivartikel

Wenn man als Stadtplaner schon mal die Chance hat, völlig neue Stadtteile zu entwickeln wie derzeit auf den Konversionsgebieten, dann kann man diese Chance auch dazu nutzen, um Fehler aus der Vergangenheit zu korrigieren. Zwischen Columbus und der Vogelstang beispielsweise wirkt die B38 wie eine schwer überschreitbare Grenze zwischen zwei Stadtteilen, im Zuge der Konversion will man dagegen Verbindungen schaffen. Eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer soll dabei helfen, diese Trennung zu überwinden. Jetzt hat die MWSP, eine Tochter der Stadt und der GBG, die die Konversionsgebiete entwickelt, einen Realisierungswettbewerb für das Brückenprojekt international ausgeschrieben.

Gewerbegebiet entsteht

Ende März mussten die Ideen der Teilnehmer eingereicht sein, das Preisgericht, das über die entsprechenden Pläne entscheidet, tagt dann Mitte/Ende Juli. Bewerben können sich Bauingenieure oder Teams von Ingenieuren, Architekten und Landschaftsarchitekten Es geht um das Columbus-Quartier, also einen Teil des Konversionsareals Franklin. Es liegt zwischen der B38 und der nördlich davon parallel verlaufenden Birkenauer Straße, im Süden – über die B38 hinweg – grenzt es an die Vogelstang. Hier soll, quasi zwischen zwei Stadtteilen, ein Gewerbegebiet für großflächigen Einzelhandel, Dienstleistungsanbieter und kleinteiligere Gewerbeanbieter entstehen. Und genau für diese Verbindung braucht es nun den „Franklin-Steg“, wie die MWSP das Projekt nennt.

Der städtebauliche Masterplan sieht daher eine Fuß- und Radwegverbindung über die B38 vor, sie soll im Norden, also auf Columbus, in eine Freiraum-Fläche münden, im Süden, also auf der Vogelstangseite, muss die Brücke dagegen in die Wohnbebauung und die bestehenden Verkehrswege integriert werden. Wie das genau geschieht, ist im Masterplan nicht festgelegt, Wegeführung, Neigungslinie und Konstruktion ist genau deshalb Gegenstand des Wettbewerbs.

Entworfen werden muss also von den Teilnehmern das Brückenbauwerk, das auf der Vogelstang im Bereich Thüringer Straße/Brandenburger Straße mündet. Im Bezirksbeirat, wo die Brücke schon häufiger Thema war, hatte man sich bereits über mögliche Wegeführungen, Trassenhöhen und Einmündungen Gedanken gemacht. Der Wettbewerb hebt ausdrücklich hervor, dass hier freiraumplanerische Konzepte für die Integration der Brücke in die Umgebung vorgeschlagen werden können.

Das Gesamtbudget beträgt rund 4,8 Millionen Euro, und es soll nicht überschritten werden, so die MWSP. Die Ergebnisse des Wettbewerbs sollen Vorplanungscharakter haben, und es ist vorgesehen, den Gewinner oder einen der Preisträger mit der Objektplanung und der Tragwerkplanung zu beauftragen.

Je nachdem, was an Ergebnissen des jetzigen Wettbewerbs herauskommt, behält sich der Projektentwickler MWSP aber auch vor, freiraumplanerische Leistungen für das südliche Brückenende, das auf der Vogelstangseite also, dann ebenfalls in Auftrag zu geben.