Vogelstang

Filmvorführung Video-AG des Geschwister-Scholl-Gymnasiums zeigt Dokumentation über den See

Von Kiesgrube zum Naturidyll

Zielsetzung der Programmgestalter für die Kulturtage Vogelstang ist es, auch die Stadtteiljugend mit in den Veranstaltungsreigen zu integrieren. Diesmal zeigte das Team der Foto-Video-AG am Geschwister-Scholl-Gymnasium mit ihrem Leiter Thomas Becker einen einstündigen Dokumentarfilm über den Vogelstangsee. Ein Jahr lang haben Alexander Klein, Silas Pickford, Robert Zivkovic und Paul Reich gefilmt und interviewt, was das Zeug hält. Dabei kamen einige 100 Arbeitsstunden zusammen.

„Das Team sind vier Jungs aus der sechsten und siebten Klasse, inzwischen sind sie gut aufeinander eingespielt. Letztes Jahr startete die Foto-Video-AG mit 20 Teilnehmern, der harte Kern blieb übrig“, erzählte Thomas Becker. Sogar eine Drohne für Luftaufnahmen aus verschiedensten Winkeln kam bei den Dreharbeiten zum Einsatz. Der Film beinhaltet außer perspektivisch beeindruckender Aufnahmen auch viel Informatives, wie zum Beispiel die Geschichte des Vogelstangsees.

Der diente Ende der 1960er Jahre noch als Kies- und Sandgrube. 1972 gab es den Beschluss für das Naherholungsgebiet Oberer Vogelstangsee, der nur 1,70 Meter tief und zum Baden nicht geeignet ist. „Der See hat eine Besonderheit: einen Stöpsel zum Wasserablassen wie bei einer Badewanne“, verriet den Zuschauern in der Aula die Stimme des Kommentators im Film. Die Vorführung war gut besucht, über 100 Seefreunde hatten sich in der Aula eingefunden, in der regelrechte Kinostimmung herrschte.

Baden wird nur geduldet

Der untere See dagegen ist ganze 17 Meter tief und wurde erst Mitte der 80er Jahre am Ufer Richtung Wallstadt mit Sand aufgeschüttet und zum Baden freigegeben. „Aber Vorsicht, Baden ist nur geduldet, nicht gestattet. Hierzu bräuchte man eine Badeaufsicht“, so der Kommentator. Die Filmemacher interviewten unter anderen den Ornithologen Matthias Schulz, von dem man erfuhr, dass erstaunlich viele Vogelarten am See zu finden sind, sogar Eisvögel. Auch über die Modellbaugruppe um Gerd Schmitt, die seit 1977 ihre Bötchen auf dem Oberen See fahren lässt, wurde berichtet.

Der Fischereiaufseher Bernd Löchner lobte den Fischreichtum, äußerte jedoch auch Kritik: „Leider wird rund um den See zu viel Müll liegengelassen.“ Im Sommer kommt die Müllabfuhr übrigens täglich an den See. Auch Aktionen wie der Sponsorenlauf des Scholl-Gymnasiums im Herbst oder der Glühweinspaziergang der Aktion Sorgentopf waren Themen des Films. Zum Schluss spielte eine Gruppe Jugendlicher Eishockey auf dem zugefrorenen See, ein seltenes Bild. „Es war ein Riesenprojekt, in das wir viel Arbeit reingesteckt haben“, sagte Robert Zivkovic nach der Vorführung, und Teamkollege Silas Pickford fügte hinzu: „Ein Jahr lang Interviewen, Filmen, Schneiden und Jahreszeiten festhalten.“ Nach der Vorführung gab es auf dem Schulflur noch ein kleines Konzert der Schulband des Gymnasiums. Kge