Vogelstang

Vogelstang Bürgerverein und Kindereinrichtungen heißen mit Sommertagszug den Frühling willkommen

Winter geht in Flammen auf

Archivartikel

Aus einem Fläschchen bespritzte Feuerwehrmann Daniel Eichhorn den aus weißen Laken mit Strohfüllung bestehenden Schneemann mit Spiritus. „Würde man Benzin nehmen, würde das Stichflammen geben. Spiritus hat dieselbe Wirkung“, erklärten die beiden Feuerwehrmänner Daniel Eichhorn und Ricardo Müller. Schnell ergriffen die Flammen gefräßig Besitz von der weißen Stoffskulptur, woraufhin der brennende Schneemann dichte Rauchschwaden entwickelte. Am Verkehrskreisel am Ende der Sachsenstraße fand die traditionelle Winterverbrennung des Bürgervereins auf der Vogelstang statt. Zuvor waren zahlreiche Kinder mit selbstgebastelten Sommertagsstecken vom Startpunkt vor dem Kinderhaus Dresdener Straße aus durch den Stadtteil gezogen.

Puppe vom Reiterverein gebastelt

Vom blauen Himmel strahlte eine heiße Frühlingssonne herab, ohne eine Wolke. Den drolligen Schneemann hatte erneut der Reiterverein Vogelstang-Wallstadt zusammengebaut. Auf der grünen Rasenfläche mitten im Verkehrskreisel blühen bereits gelbe Frühlingsblumen. Lichterloh stand das lustige Stoff-Kerlchen in Flammen, unter Aufsicht der Jugendfeuerwehr Wallstadt, des DRK Mannheim-Nord und der Polizei, bis das Gebilde in sich zusammenfiel. Mit einer langen roten Schnur als Absperrung hielten die Sicherheitskräfte das Publikum auf Distanz. Von der feurigen Puppe ging eine enorme Hitze aus.

Für die 250 Besucher war das ein eindrückliches Spektakel. Aus dem roten Hydranten am Straßenrand zapften die Feuerwehrleute später mit einem dicken Schlauch das notwendige Wasser, um die brennende Schneemannspuppe zu löschen. Anschließend entsorgten die Feuerwehrmänner die schwarz verkohlten Überreste des dahingeschiedenen Schneemanns. „Der Sommertagszug mit Winterverbrennung ist eine der ältesten Veranstaltungen im Stadtteil und des Bürgervereins“, erklärte der erste Vorsitzende Gunter U. Heinrich.

Wie gewohnt nahmen Mädchen und Buben aus den Kinderhäusern Dresdener Straße und Freiberger Ring am Sommertagszug teil, den ein junges Bläserquartett der städtischen Musikschule klanglich begleitete. Aus zeitlichen und organisatorischen Gründen konnte jedoch die Grundschule, wie Vorsitzender Gunter U. Heinrich bedauerte, nicht teilnehmen. „Kinder sollten lernen, was Brauchtum ist. Das kann etwas Positives sein“, schilderte der Vorsitzender, der sich im kommenden Mai bei der nächsten Jahreshauptversammlung des Bürgervereins, im Rahmen der Vorstandwahlen, in seinem Amt wieder aufstellen lassen möchte.

Musikalische Grüße

„Ich hoffe, dass die Grundschule nächstes Jahr bei der Winterverbrennung wieder dabei ist. Wir müssen die Jugend motivieren“, wünschte sich Heinrich. Am Rande des Verkehrskreisels stimmte das jugendliche Bläserquartett der Musikschule mehrere Stücke an wie „Der Mai ist gekommen“, „Alle Vögel sind schon da“, „Winter adé“ und „Komm lieber Mai und mache“. Hinterher trafen sich die Besucher zu Kaffee und Kuchen in der anliegenden Freizeitstätte des Bürgervereins. Ein Ärgernis musste Gunter U. Heinrich aber dann doch ansprechen: Er übte scharfe Kritik an den wild parkenden Autos rund um den Verkehrskreisel und entlang der Sachsenstraße auf Höhe der Freizeitstätte.