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Gartenstadt Vernissage in der Galerie Formstein gibt Einblicke in die Pastellmalerei / Architekt Peter Plachetka stellt aus

Amrum als Inspirationsquelle

Die Galerie Formstein in der Kirchwaldstraße in der Gartenstadt zeigt zum ersten Mal Arbeiten des Mannheimer Architekten Peter Plachetka. Das ist schon eine Besonderheit. Die meisten Werke, die Plachetka geschaffen hat, sind mit Pastellkreiden gemalt. Zum ersten Mal sind diese Arbeiten außerhalb der eigenen Wohnung zu sehen.

„Die muss ich haben“, gab Plachetka die Äußerung des Galeristen Karl Kaufmann wieder, als er die Werke des Künstlers beim ersten Zusammentreffen gesehen hatte. Über Jahrzehnte sind die Bilder entstanden, viele davon auf der nordfriesischen Insel Amrum.

Rötelzeichnungen dabei

61 Pastelle hängen in der Ausstellung, dazu zwei Rötel- und sechs Bleistiftzeichnungen. Rötel, seit dem Mittelalter auch als Rötelstein bezeichnet, wurde seit der Renaissance als Stift zum Zeichnen, vor allem für Skizzen und Entwürfe, verwendet. Auch im Barock und Rokoko schätzten Künstler den rötlichen Farbstich. Die Rötelzeichnung ist nicht wischfest und muss fixiert werden. Rötel eignet sich besonders für feine Strichzeichnungen, Porträts, Aktzeichnungen und figürliche Darstellungen. Auch Pastellkreiden müssen fixiert werden, sonst verwischen sie. Kaufmann berichtete, dass die Blütezeit der Pastellmalerei im Rokoko, also vor rund 300 Jahren, lag.

Plachetka ist eigentlich bekannt als „Großer Kämpfer für alte Bausubstanz“. Er war 26 Jahre lang, von 1990 bis 2016, Vorsitzender des Mannheimer Architektur und Bauarchivs. Plachetka kreierte den Mannheimer Stein, den das Archiv alle zwei Jahre für Verdienste um die Baukultur vergibt.

Kaufmann fragte bei der Vernissage: „Ist es nicht erstaunlich, wie man mit Pastellkreide so schöne Bilder malen kann?“ Der Galerist zog auch eine Parallele zu Pablo Picasso: „Der erste Erfolg des 19-jährigen Pablo war der Verkauf von Pastellen an eine Kunsthändlerin in Paris.“

Zum Ende betonte Karl Kaufmann: „Überhaupt empfinde ich es genuss-vertiefend, wenn man beim Betrachten jedes einzelnen Werkes jeweils auch den Urheber mit im Sinn hat.“

Noch bis Sonntag, 5. Mai, ist die Ausstellung in der Galerie Formstein, Kirchwaldstraße 4, zu sehen. Montag bis donnerstags ist von 15 bis 18 Uhr offen, freitags und samstags von 10 bis 12 Uhr.