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Gartenstadt Zinzendorfhaus der evangelischen Kirche wird durch Neubau ersetzt / Pflegeheim entspricht nicht mehr heutigen Standards

Baubeginn in einem halben Jahr

Archivartikel

Die roten Backsteine der Fassade wirken warm und freundlich, an den Balkon-Brüstungen blühen die Geranien, und im Garten spenden große Bäume Schatten. Auch wenn es von außen kaum so wirkt: Das Zinzendorfhaus in der Gartenstadt ist in die Jahre gekommen. 1972 gebaut, entspricht es nicht mehr den aktuellen Vorgaben an ein Pflegeheim.

Die Heimbauverordnung schreibe beispielsweise Einzelzimmer vor, erläutert Steffen Jooß, Direktor der Evangelischen Kirche in Mannheim (EKMA). Auch die Zimmergröße entspreche nicht mehr dem heutigen Standard. Außerdem müssten die Bäder so gebaut sein, dass sie mit Rollstühlen befahrbar seien, sagt Jooß im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“.

Die EKMA hat sich deshalb bereits vor rund fünf Jahren dazu durchgerungen, einen Neubau ins Auge zu fassen. Inzwischen liegen die konkreten Pläne auf dem Tisch. Vor kurzem habe man entschieden, „dass es losgehen kann“. Die Unterlagen für das Baugenehmigungsverfahren seien komplett, das Grundstück für das künftige Heim vermessen und der Investor gefunden.

Errichten wird das neue Zinzendorfhaus die Dossenheimer FWD Hausbau- und Grundstücks GmbH. Sie kann bei Pflegeheimen auf einschlägige Erfahrungen verweisen. So baute sie das Heddesheimer „Haus am Seeweg“, und mit der EKMA arbeitete die FWD bereits beim ThomasCarree in Neuostheim zusammen. Nach dem Bau mietet die Kirche das Haus.

Es wird in etwa an der Stelle entstehen, an der jetzt noch das (baufällige) Gemeindehaus seinen Platz hat. Die Kindertagesstätte ist dort ausgezogen und gegenüber, im alten Pfarrhaus, untergebracht. Wie mehrfach berichtet, soll sie voraussichtlich bis Ende 2020 mit einem Anbau auf vier Gruppen erweitert werden.

Was das Pflegeheim angeht, müssten die neuen baulichen Bestimmungen eigentlich bis Ende 2019 umgesetzt sein. Zu diesem Zeitpunkt endet die Übergangsfrist, die der Gesetzgeber zugelassen hat. Aber man habe bei der Heimaufsicht eine Verlängerung beantragt, teilt Steffen Jooß mit. Mit einem Baubeginn rechnet er in etwa einem halben Jahr. Danach werde es rund zwei Jahre dauern, bis das neue Zinzendorfhaus zur Verfügung stehe, schätzt der Direktor. Das alte Gebäude beziehungsweise das Grundstück am Planetenweg solle verkauft werden.

Tagescafé und Gemeinderaum

Das derzeitige Pflegeheim verfügt über etwa 90 Plätze. In der gleichen Größenordnung werde auch der Neubau liegen, so Jooß: „Er wird 91 Pflegeheimplätze und sechs Tagesplätze haben. Außerdem wird dort ein Tagescafé eingerichtet.“ Zusätzlich werde es „einen Gemeinderaum der Auferstehungsgemeinde geben. Dieser wird sowohl für die evangelische Gemeindearbeit als auch für Veranstaltungen des Zinzendorfhauses genutzt werden.“

Auch das neue Heim werde „selbstverständlich von Pfarrer Thilo Müller betreut werden“, kündigt Jooß an. Müller ist Seelsorger in den Pflegeheimen der EPMA gGmbH – also der vor knapp fünf Jahren gegründeten Evangelischen Pflegedienste Mannheim.

Der 46-jährige Schwetzinger arbeitet in dieser Funktion seit September 2018. Zuständig ist er neben dem Zinzendorfhaus für das Unionshaus in Käfertal, das ThomasCarree in Neuostheim und des Thomashaus in Neuhermsheim, wo Müller sein Büro hat.