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Waldhof Mundartgruppe Was-ä-Theater verschiebt Premiere / Ausweichtermine fraglich / Von Anfang an Einnahmen gespendet

Bei Komplettausfall „ist der Verein platt“

Archivartikel

Sie sind seit bald 25 Jahren fester Bestandteil im kulturellen Jahresprogramm des Mannheimer Nordens – und sorgen für einen der Höhepunkte: die begeisterten Akteure des Vereins Was-ä-Theater. 24 unterschiedliche Stücke haben sie in dieser Zeit aufgeführt. Am kommenden Samstag wäre eigentlich Premiere gewesen für das 25. Titel: „Alles fer umme – nix umsunscht!“

Ob das alles „umsunscht“ – also umsonst war? Das werden die nächsten Wochen zeigen. Denn die Folgen des Coronavirus sind unkalkulierbar. Fest steht nur: Sowohl die Premiere als auch sieben Folgetermine bis 18. April werden „aufgrund der aktuellen Lage“ verschoben, wie es auf der Internetseite heißt.

„Wir sind ganz arg gebeutelt“, sagt Regisseurin Jasmin Stahl im Gespräch mit dem „Mannheimer Morgen“. Seit Monaten probt die Laienspielgruppe intensiv. Und jetzt das. Ersatztermine für Ende April/Anfang Mai hat der Verein bereits terminiert. Das Franziskushaus auf dem Waldhof ist gebucht – vorsorglich auch schon für den Oktober, falls die Frühjahrs-Alternativen ebenfalls wegfallen.

„Es ist keine Frage, dass die Gesundheit vorgeht“, sagt Stahl. Aber es sei ein „Riesen-Aufwand“, alle Beteiligten auf die nächsten und übernächsten Termine umzubuchen – ohne zu wissen, ob das überhaupt etwas bringt. „Unser Verein hat keine großen Rücklagen“, sagt Jasmin Stahl. Denn Jahr für Jahr fließen die Erlöse in soziale Zwecke. Für die Regisseurin ist klar: „Wenn wir dieses Jahr überhaupt nicht mehr spielen können, ist der Verein platt.“

Bis vor kurzem hätte Jasmin Stahl sich nicht vorstellen können, „dass die Bundesrepublik für einen solchen Notfall keinen Plan hat“. Dieser Eindruck drängt sich ihr zumindest auf: „Die Landesregierung macht etwas anderes als die Stadt , Ludwigshafen macht wieder etwas anders, Merkel spricht von Ausgangssperre“ – und manche Verlautbarungen seien noch dazu „total schwammig“.

Was-ä-Theater startete an Silvester 1996 „aus einer Partylaune heraus“. Damals beschlossen die Gründer, „ein lustiges, kurzes Stück aufzuführen“. Von Anfang an sei klar gewesen, „dass wir keinen Gewinn erzielen wollten. Alleine der Spaß stand im Vordergrund, dementsprechend groß war unser Engagement“, heißt es auf der Internetseite. Im Lauf der Jahre ist eine hohe fünfstellige Spendensumme zusammengekommen. „Bis heute hat sich an unserer Philosophie nichts geändert. Sämtliche Nettoeinnahmen werden und sollen möglichst direkt bei Mannheimer Hilfsbedürftigen ankommen“, sagt der Verein. Aber dafür muss er erst einmal überleben . . .