Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Gartenstadt Chöre singen unter dem Motto „Der Wein und die Liebe“ im Gemeindesaal der evangelischen Gnadenkirche

Bekenntnis zu Europa

Während ihres Liedernachmittages stimmte die Chorgemeinschaft Lindenhof-Postalia das ursprünglich aus Frankreich stammende Stück „Auf ihr Freunde“ an. „Da wir auch europäisch denken“, so erklärte die Zweite Vorsitzende und Moderatorin des Nachmittags, Karin Scherb, die Liedauswahl.

Zusätzlich empfahl Moderatorin Scherb in Anlehnung an den Liedtext der Nummer „Heute ist das Leben“ dem Publikum: „Genießt den Tag, den Wein oder das Wasser, und denkt nicht an morgen.“ Denn der gemeinsame Liedernachmittag – eigentlich eher bei Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen – mit dem Männerchor der Liedertafel Weinheim im Gemeindesaal der evangelischen Gnadenkirche stand unter dem vielsagenden Motto „Der Wein und die Liebe“.

Sowohl die Chorgemeinschaft Lindenhof-Postalia als auch der Männerchor der Weinheimer Liedertafel stehen unter der Leitung von Dirigentin Sabine Kneer. „Den gemischten Chor Lindenhof-Postalia leite ich seit September 2017. Also noch nicht so lange“, schilderte die Dirigentin. Auf der Bühne des Saals der evangelischen Gnadengemeinde im Stadtteil Gartenstadt sang die Chorgemeinschaft mehrere Lieder wie „Drei weiße Tauben“, „Ein schöner Tag“, „Im Weinparadies“ und „Aber dich gibt’s nur einmal für mich“.

Schönheit des Augenblicks

Inhaltlich betrachtet, lässt sich die Nummer „Heute ist das Leben“ als Hommage an die Freundschaft und die Schönheit des Augenblicks in geselliger Runde interpretieren. Und die Besucher ließen sich anstecken und schunkelten währenddessen fröhlich mit.

Später verlas Notenwartin Ilona Tremmel noch verschiedene philosophische Texte über das Thema Wein. Und nach der Ankündigung „Weg mit dem Alkohol!“ leerte die Sängerin Christel Peikert im Rampenlicht eine ganze Flasche allein auf einen Zug – ob es wirklich Wein war?

Außerdem durfte die einmarschierende Nostalgie-Tanzgruppe des TSC Blau-Silber aus Ladenburg, die historische Kostüme mit Zylindern und wallenden Röcken trug, einige überlieferte Choreografien aufführen. Die Tänze stammten aus den Epochen des Biedermeiers, der Jahrhundertwende und auch der 1920er Jahre, als in den damaligen Ballsälen und Musikclubs der Goldenen Zwanziger das absinthgeschwängerte Nachtleben blühte. In einem weiteren Lied des Liedertafel-Männerchores erklangen die Zeilen: „Durst wird gelöscht durch kühles zischendes Bier.“

Zurück geht die Chorgemeinschaft Lindenhof-Postalia, wie sich aus dem Namen ableiten lässt, auf die berufliche Belegschaft der Post, die sich im Jahre 1904 zum gemeinsamen Singen in einem Gesangverein versammelte. Sozusagen als Zusammenschluss singender Briefträger und Fernmeldemitarbeiter.

Repertoire erweitern

„Ich komme gebürtig aus Ulm und habe ein Diplom in Chor- und Orchesterleitung“, erzählte Dirigentin Sabine Kneer nach dem Auftritt. „Ich hab mal geschaut, was der Chor Lindenhof-Postalia so im Repertoire hat, das frischen wir jetzt auf.“ In ihrer Kindheit hat Kneer, die in Ladenburg wohnt, auch im Kinderchor der Ulmer Spatzen gesungen. Momentan bereitet sich die Chorgemeinschaft unter Anleitung von Musikwissenschaftlerin Kneer auf ihren Auftritt auf dem Lanz-Park-Fest im Juli vor.