Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Gartenstadt Tag der offenen Tür an der Waldschule / Gäste können sich erstmals bei Unterrichtsangeboten informieren

Burgenbauer erklären das Mittelalter

Archivartikel

Was ist eine Reihenschaltung? Im Physik-Zimmer einer achten Klasse an der Waldschule in der Gartenstadt konnten Besucher eine solche anhand von elektronischen Bauteilen zusammenstecken. Wenn das Lämpchen aufleuchtete, hieß das: Übung richtig ausgeführt.

Den Tag der offenen Tür gibt es zwar schon lange an der Werkreal- und Realschule in der Walkürenstraße. Doch die Mitmach-Aktionen der Klassen sind neu. „Strom ist unser derzeitiges Thema. Wenn man Physik versteht, macht der Unterricht Spaß“, meint Samira, die die Reihenschaltung präsentiert.

29 Klassen beteiligt

„Alle 29 Klassen beteiligen sich am Tag der offenen Tür, dieses Mal mit echten Unterrichtsangeboten“, berichtete Schulleiter Jörg Schuchardt im Gespräch mit dieser Zeitung. Eine grüne Tafel und Kreide? Das war gestern. „Die Kreidezeit ist vorbei. Wir haben interaktive Whiteboards, die die Tafelanschriebe im pädagogischen Netz abspeichern. Nun muss man nicht mehr ,Bitte stehenlassen’ an die Tafel schreiben, wenn man den Anschrieb einen Tag später noch braucht“, erklärt Schulleiter Schuchardt.

In einem anderen Raum hat sich eine siebte Klasse dem Thema Geschichte gewidmet. „Wir haben im Unterricht das Mittelalter durchgenommen, dazu haben die Schüler Burgen gebaut“, erklärt Lehrerin Christiane Eckerth. Den Schülern merkt man an, dass sie stolz auf ihre Bauwerke sind, denn sie präsentieren und erklären sie den Besuchern voller Eifer.

Die unterschiedlichsten Themen sind vertreten, zum Beispiel Graffiti, Sinnesparcours, chemische Experimente und sogar IT-Unterricht. Immerhin werden auch Eltern erwartet, deren Kinder die vierte Klasse besuchen – und die daher überlegen, wie es nach der Grundschule weitergehen soll.

Der Förderverein der Schule sorgt mit einem Kuchenstand für Gemütlichkeit an diesem Vorfrühlings-Nachmittag. Doch auch wenn vieles an der Schule gut läuft und die Digitalisierung Einzug gehalten hat, bereitet der bauliche Zustand der Waldschule allen Beteiligten Sorgen. „Unsere Tochter ist hier an der Waldschule, zurzeit in der sechsten Klasse. Wir sind mit der Schule, den Lehrern und dem Rektor sehr zufrieden. Trotzdem gibt es einen Haken, eine Schulsanierung wäre dringend notwendig. Die Schule wurde 1960 als Provisorium gebaut, sie war nicht für die Ewigkeit gemacht“, sagt Rainer Köhler, der sich aktiv für eine Sanierung einsetzt.

Klage über Platzmangel

„Auch an Platz mangelt es in der Schule, es ist kein Raum mehr frei. Ein Anbau wäre nötig, auch eine Mensa, die eine Ganztagsschule ermöglicht. Wir sind beide Gartenstädter, deshalb setzen wir uns so stark ein“, fügt Anja Köhler hinzu, die sich im Elternbeirat engagiert: „Wir fänden es gut, wenn die Kinder direkt an der Schule ihre Mahlzeiten bekommen würden. Im Moment bringen sie ihr Essen mit oder kaufen sich Snacks, die nicht immer so gesund sind.“