Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Waldhof Künftiges Konzept des Gemeinschaftszentrums richtet sich vor allem an Familien / Arbeiterwohlfahrt als Träger

„Café mit Herz“ öffnet Pforten

Die Räumlichkeiten platzten fast aus allen Nähten – viele wollten bei der offiziellen Eröffnung des neu gestalteten Gemeinschaftszentrums-Waldhof-Ost dabei sein. Bildungsbürgermeisterin Ulrike Freundlieb und Angelika Weinkötz, Vorstandsmitglied der Arbeiterwohlfahrt (AWO), starteten das Begegnungscafé. Sie stellten auch die Angebote der Anlaufstelle in dem Stadtteil vor.

„Mit der heutigen Eröffnung wird nun offiziell die neue Konzeption für das Gemeinschaftszentrum umgesetzt, das der Jugendhilfeausschuss im März dieses Jahres politisch auf den Weg gebracht hat“, hob Freundlieb hervor und erläuterte die Historie bis zu diesem Beschluss: Das von Biotopia getragene Projekt „Perspektiven Waldhof-Ost“ wurde Ende 2017 beendet. „Die Politik erwartete damals von Seiten der Stadtverwaltung ein nachhaltiges Konzept, orientiert an Auftrag, Zielsetzungen und Möglichkeiten der Jugendhilfe, für das umgebende Wohngebiet“, betonte sie. Dabei sollte auch die „hier in Teilen stattfindende Überlappung von Milieu- und Bezirksgrenzen“ berücksichtigt werden. Übereinstimmung habe es gegeben, „dass der Aspekt der Arbeitsförderung in der Verantwortung des Jugendamtes nicht weitergeführt werden konnte“, erläuterte sie.

Sprach- und Leseförderung

Das Konzept lege den Fokus auf die Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. Hinzu komme ein gemeinwesenorientierter Ansatz, der sich an alle Bewohner des Quartiers richte: All dies solle mit den ebenfalls vernetzt zu gestaltenden Projekten „Mannheim gegen Kinderarmut“, „kinderfreundliche Kommune“ sowie mit zunehmender Regionalisierung verknüpft werden, so Freundlieb.

Für das Gemeinschaftszentrum habe der städtische Fachbereich Jugend und Gesundheit nun ein nachhaltiges, wohngebietsbezogenes Konzept erarbeitet, das sich an den Zielsetzungen und Möglichkeiten der Jugendhilfe orientiere. Zum Angebot gehören ein offenes Begegnungscafé, Sprach- und Leseförderung, Beratung im Informationsbüro, Familienbildungs- und Unterstützungsangebote. Träger ist die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Mannheim.

Herzstück der neuen Konzeption für das Gemeinschaftszentrum ist das Begegnungscafé – das „Café mit Herz“. Besonders Familien mit Kindern ab drei Jahren könnten hier zwanglos und unverbindlich ins Gespräch kommen, hieß es bei der Eröffnung. Die Mitarbeiter der AWO bilden das Kernteam des Cafés und werden von der Gemeinwesenarbeit der Stadt Mannheim unterstützt.

Das Begegnungscafé soll unter anderem den Zusammenhalt der vielfältigen Bewohnerschaft im Stadtteil fördern: gemeinsame Spielzeiten mit Eltern, Großeltern oder Nachbarn, Bastel- oder Nähaktivitäten oder gemeinsames Kochen und Backen von und mit jedermann können hier auch selbst organisiert werden. Zudem können bei Bedarf in einem separaten Zimmer Einzelgespräche mit Fachkräften der Psychologischen Beratungsstelle, der Sozialen Dienste oder des Gesundheitsamts geführt werden.

„Ich freue mich, dass es die Perspektive auf ein organisch wachsendes Programmprofil gibt, und ich bin überzeugt davon, dass dies dem Ziel eines Mehr an Begegnung und sozialen Kontakten der Menschen im Quartier dient. In der Begegnung und dem Austausch im Café können Menschen auch voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen“, hob die Bürgermeisterin hervor.

Angelika Weinkötz betonte: „Welcher andere Name als „Café mit Herz“ könnte besser zur AWO passen, die das offene Herz im Logo führt? Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, die Voraussetzungen dafür wurden geschaffen. Ich danke allen daran Beteiligten.“

Bewusst sei ein niederschwelliges Angebot geschaffen worden. „Man kann hierher kommen, muss aber nicht“, so Weinkötz. Vielleicht ist ja allein schon der Name der Straße, in der sich das Gemeinschaftszentrum befindet, ein gutes Omen für die künftige Arbeit: Sie heißt „Frohe Zuversicht“.