Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Waldhof Präsentation der Ergebnisse beim dritten Verkehrsworkshop / „Wichtige Grundlage“ für Bezirksbeiräte und den Stadtteil

Daimler plant neues Parkhaus

Beim dritten und letzten Verkehrsworkshop im Kulturhaus stand die Präsentation der Ergebnisse und möglicher Maßnahmenvorschläge auf dem Plan. Die Teilnehmer – Bürger sowie Vertreter von Politik und Verwaltung – diskutierten in den vergangenen Wochen unter fachkundiger Anleitung und entwickelten Lösungen (wir berichteten).

Wegen der bestehenden Verkehrs- und Parkprobleme im Bereich Waldhof-Mitte und Speckweg hatte Petra Kaiser vom Stadtplanungsamt durch die Hupfer Ingenieure Gmbh im Vorfeld der Workshops eine Verkehrsuntersuchung durchführen lassen. Daran schloss sich die dreiteilige Ideenwerkstatt an, die von Christoph Hupfer, Professor für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik an der Hochschule Karlsruhe, moderiert wurde. Dabei gab es sechs verschiedene Arbeitsgruppen zu den Themen Parken, Kleiner Anfang und ähnliche Straßen, Speckweg, Wiesbadener Straße und ähnliche Straßen, Taunusplatz sowie Barrierefreiheit.

Zum Thema Parken auf dem Taunusplatz stellten die Teilnehmer fest, dass es dort zu wenig Stellplätze für Anwohner, Besucher und Gäste des Restaurants Landolin und anderer Einrichtungen gebe. Vorgeschlagen wurde, die Längsparkplätze an der Alten Frankfurter Straße Anwohnern vorzubehalten sowie eine Erweiterung des Park & Ride-Platzes mit Wegeverbindung vom Wendehammer am Haltepunkt zum Taunusplatz zu schaffen.

Auch im Bereich des DaimlerWerkes gebe es einen hohen Parkdruck durch und für Beschäftigte. Hier schlugen die Teilnehmer vor, ein zusätzliches Parkhaus mit Möglichkeit der Stellplatzmiete für die Bewohner zu schaffen, das Parkhaus Tor 2 aufzustocken sowie den Grünstreifen der Carl-Feuerstein-Straße zum Parken zu nutzen.

Daimler-Mitarbeiter John Ahlhäuser erklärte, dass das Unternehmen ein neues Parkhaus im Gewerbegebiet hinter dem Kulturhaus plane. Auf den Einwand, dass durch die Fassade die Fördergruppe der Diakonie beeinträchtigt werden könnte, erklärte Ahlhäuser, das Unternehmen habe einen Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben. Eine Aufstockung beim Tor 2 sei zudem nicht möglich: Die Vorgaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe zum Emissionsschutz seien durch die Produktion schon voll ausgeschöpft.

Diskussion um Einbahnstraßen

Im Bereich Kleiner Anfang und ähnlicher Straßen bemängelten die Teilnehmer gefährdendes und behinderndes Parken. Maßnahmenvorschläge sind hier schraffierte Flächen (Sichtfelder freihalten, Beispiele „Kleiner Anfang“, „Große Ausdauer“ und Speckweg/Alte Frankfurter Straße) sowie das Einzeichnen der Parkflächen. Für Diskussionen sorgte der Vorschlag einer durchgehenden Einbahnregelung. Dies würde zu weiteren Wegen, und mehr Verkehr führen: „Man sollte das nicht übertreiben“, meinte Bezirksbeirat Michael Demel (FDP). Erhöhter Handlungsbedarf bestehe im Bereich der Friedrich-Ebert-Schule Speckweg/Wiesbadener Straße. Hier könnte das Parken wechselseitig angeordnet werden, Kurzparken beziehungsweise eine Verkehrsinsel und Sichtfelder oder eine Ampel mit Zebrastreifen vor der Schule sowie ein Durchfahrtverbot für Kfz standen auf der Vorschlagsliste der Akteure. Anwohner hinter der Schule wehrten sich allerdings gegen ein Absperren der Straße. Sie müssten große Umwege fahren, um zum Speckweg zu gelangen. Am Speckweg vorgeschlagen wurde eine Parkscheibenregelung vom Kreisel bis zur Frankfurter Straße. Beim Parken insgesamt erforderlich seien eine Parkraumüberwachung und Ahndung einschließlich Abschleppen.

Ein weiteres Thema war die Gefährdung der Radfahrer. Zum Speckweg wurde vorgeschlagen, ein Parkverbot zwischen Speckweg 71 und Wetzlarer Winkel zu schaffen sowie der Ankauf von Gelände zur Straßenverbreiterung. Als Alternativen schlug Hupfer Kunststoffelemente vor und sprach sich als schnell umsetzbare Maßnahme dafür aus, den Gehweg für Radfahrer freizugeben. Beim Bürgerzentrum Taunusplatz wurde vorgeschlagen, den Radweg hinter die Parkplätze verlegen. In puncto Barrierefreiheit sprachen sich die Teilnehmer dafür aus, die Bordsteine an Einmündungen „auf Null“ abzusenken sowie ÖPNV-Haltestellen und Haltepunkte barrierefrei ausrüsten.

Projektleiterin Kaiser dankte den Teilnehmern für die „gute und konstruktive Mitarbeit“. Die erstellte Dokumentation sei für die Bezirksbeiräte, die bisher mit ähnlich gelagerten Vorschlägen nicht durchkamen, „eine gute Grundlage, um Druck zu machen bei der Verwaltung“, erklärte Bezirksbeirat Stefan Höß (SPD).