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Luzenberg Teilnehmer der Spiegelrunde wollen bis Sommer einen gemeinnützigen Verein gründen

„Der Luzenberg braucht ein Sprachrohr“

Archivartikel

„In den nächsten zwei Monaten wollen wir den Verein ins Leben rufen.“ Martin Albert, Professor der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften an der Heidelberger Hochschule SRH, kündigte beim fünften Luzenberger Spiegelgespräch die Neugründung des Spiegelvereins Mannheim-Luzenberg an. Die Runde aus Vertretern von Wirtschaft, Gewerbe, Kirchen, Vereinen und Bürgern des Stadtteils will die Lebensqualität im Vorort verbessern. Die Gründung soll in der griechisch-orthodoxen Kirchengemeinde stattfinden.

Gemeinnützige Angebote

Der neue Verein, so die Teilnehmer der Runde, will es sich zur Aufgabe machen, gemeinnützige Angebote anzubieten, um die Nachbarschaft zu beleben. Kontakte zwischen Hilfesuchenden und ehrenamtlichen Helfern sollen hergestellt werden. Neben mehr Kinderfreundlichkeit möchten die Mitglieder dann auch die Angebote für Senioren ausbauen. Mit Ideen und Projekten will der neue Verein das gemeinsame Leben im Stadtteil verbessern sowie Veranstaltungen, Kultur und Sport fördern.

Die Bürger äußerten sich positiv: „Der Luzenberg braucht ein Sprachrohr“, sagte beispielsweise Gudrun Kuch. Eine weitere Bürgerin erklärte, dass der Luzenberg „schon etwas abgehängt“ sei. Erzpriester Georgios Basioudis von der griechisch-orthodoxen Gemeinde auf dem Luzenberg begrüßte das Vorhaben: „Ich würde auch mitarbeiten“, erklärte er unter Beifall der Anwesenden. Auch einige Neu-Luzenberger waren gekommen: „Es ist wohnenswert hier, aber was fehlt, ist ein Sprachrohr für den Stadtteil.“ Der Bezirksbeirat Gerald Unger (Linke) erklärte, dass der Vorort einen solchen Verein gut gebrauchen könne.

Klemens Hotz, Leiter der Abteilung Jugendförderung im städtischen Fachbereich Kinder, Jugend und Familie – Jugendamt, lobte das Projekt ebenfalls: „Wert und Wirkung von diesem Engagement werte ich sehr hoch.“ Dabei sei regelmäßige Kommunikation in zwei Richtungen wichtig: in den Stadtteil und zu den städtischen Gremien. Auch Martin Albert erklärte: „Es ist immer gut, wenn etwas von unten und nicht von oben entsteht.“

UN-Jugendbotschafter Wolfgang Riegelsberger und Stefan Möhrke, Lehrbeauftragter der Fakultät für Sozialwesen an der Hochschule Mannheim, stellten die Projekte der vergangenen Monate vor: „Unser Spiegelkalender war ein voller Erfolg“, berichtete Riegelsberger. Auch für 2020 soll es einen Kalender mit Motiven aus dem Stadtteil geben. Möhrke erklärte, dass auch die Weihnachtsbaum-Beleuchtung sehr gut gewesen sei: „Es gab tolle Gespräche.“ Während die MVV Strom und Verkabelung finanzierte, habe Stadträtin Melis Sekmen (Grüne) versprochen, den Baum in diesem Jahr zu spendieren.

Pläne für Jugendtreff

Klemens Hotz stellte der Runde die Neuigkeiten zum geplanten Jugendtreff Luzenberg vor, der auf dem Gelände des Eltern-Kind-Zentrums in der Spiegelstraße 25 entstehen soll (wir berichteten). Derzeit seien fünf Architekturbüros mit den Planungen beauftragt. Der 2016 gegründete Förderverein soll die Arbeit des Preisgerichts unterstützen. Hotz sprach von einem „wertvollen Raum“, der sich hauptsächlich an Kinder und Jugendliche richte, aber auch von anderen Gruppen genutzt werden könne. Bezirksbeirätin Sabine Seifert (SPD) befürwortete dort einen Treffpunkt für Frauen mit Sprachkursen. Kassiererin Nihal Seref berichtete, dass der Förderverein schon 109 Mitglieder habe.

Laternen fehlen

Zur Sprache kamen bei der Sitzung auch die fehlenden Laternen in der Spiegelstraße und die vielen Lastkraftwagen. „Das ist eine Privatstraße. Und das Problem wird zwischen der Stadt und der Firma St. Gobain hin- und hergeschoben“, sagte Stefan Höß. Klemens Hotz erklärte, die fehlenden Laternen in der Verwaltung genauer anzusprechen.

Nach den Sommerferien soll es übrigens ein großes Fest auf dem Luzenberg geben: „Als Begegnungsstätte für Alt- und Neubewohner“, kündigte Albert beim Spiegelgespräch an. Neben dem Förderverein des Jugendtreffs versprach auch Jens Hanreich, Geschäftsführer der Pro Concept Wohnen am Wasser GmbH, sich an dem Fest beteiligen zu wollen. Kitas und Schulen sollen ebenfalls ins Boot geholt werden.