Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Gartenstadt Black Medusa, Kaocide und Slaughterra rocken auf der Live-Bühne im Jugendhaus Waldpforte

Entfesselte metallische Klänge

Archivartikel

Von einem theatralischen Orchesterintro aus der digitalen Konserve mit viel Dramatik begleitet, stiegen die vier Musiker von Black Medusa auf die Bühne. Woraufhin sich das wild tätowierte Quartett mit breitbeinigen Posen und dem Fuß auf dem vorderen Monitorverstärker durch sein Repertoire spielte. „Kleiner Laden, wenig Leute, aber alle bewegen sich, so muss das sein“, freute sich Sänger Marco Vath über das ungestüm tanzende Publikum, das keinen Körperkontakt scheute.

Im Jugendhaus Waldpforte im Stadtteil Gartenstadt traten im Rahmen der Konzertreihe „Live-Bühne“ die Gruppen Black Medusa, Kaocide und Slaughterra auf, die dem weit gefassten Genre Metalcore zuzurechnen sind.

Aus massiven und schwermütig klingenden Powerchords setzt sich der fortschrittliche Metal-Sound der vierköpfigen Combo Black Medusa zusammen. Dabei handelt es sich um gestandene Hard-Rock-Fans im mittleren Alter, die bereits auf eine längere Bühnenkarriere zurückblicken können. „Unser Schlagzeuger Mike Theuer war schon 1992 im Jugendhaus Waldpforte öfter aufgetreten, mit damaligen Bands, als hier die ersten Konzerte stattfanden“, erinnerte sich Sänger Marco Vath.

Schlagzeuger schon 1992 dabei

Im hinteren Flur des Jugendhauses hängt an der Wand eine Chronologie über die Geschichte der Einrichtung mit gerahmten Fotos dieser ersten Heavy-Metal-Konzerte aus den Jahren 1992 und 1993, mit einigen alten Plakaten. Dass sein trommelnder Kollege sein Handwerk seit jenen frühen Tagen nicht verlernt hat, sondern weiter verfeinern konnte, demonstrierte Mike Theuer hinter einer aufgestellten Plexiglaswand, wo der 44-Jährige seinen drei Black-Medusa-Kumpanen rhythmisch den Rücken stärkte.

Und plötzlich bildete sich vor der Bühne eine Runde an Besuchern, die zu den stampfenden Nu-Metal-Songs des Viergespanns wie entfesselt im Kreis rannten. Dabei klang der brüllende Gesang von Marco Vath, dessen Nachname auf ein altes Wikinger-Geschlecht zurückgeht, wie das Bellen eines aggressiven Hundes.

In eine rockmusikalisch ähnliche Kerbe schlugen danach sprichwörtlich Kaocide aus der mittelhessischen Stadt Limburg an der Lahn. „Ich bin seit 2015 in der Band, ich war auf der Suche nach einer Band und habe mich dann bei Kaocide beworben, indem ich ihnen über ihre Facebook-Seite geschrieben habe“, fasste Sänger Max Hanke seinen Einstieg zusammen. Im Jugendhaus Waldpforte begeisterte Kaocide-Schlagzeuger Moritz Stein mit originellen und vertrackten Percussionmustern.

Als letzte Band brachten Slaughterra aus dem pfälzischen Landau die Jugendhausbühne mit einem nicht minder infernalischen Hardcore- und Thrash-Metal-Gemisch zum Beben. Zum wuchtigen Sound seiner Bandkollegen ließ Sänger Julian Eberhardt seine hüftlangen verfilzten Rasta-Locken durch die Gegend fliegen. Bei dieser Gruppe kann man, vergraben unter metallisch schweren E-Gitarren, zauberhafte Melodien entdecken.

„Auf der Bühne zu stehen ist eine coole Sache. Ich stehe aber am liebsten mitten im Publikum“, erläuterte Eberhardt – und setzte das gleich in die Tat um: Der 25-Jährige stieg von der Bühne, um unter den Besuchern den höllisch lärmenden Auftritt fortzusetzen.