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Gartenstadt Jugendbar "Puzzles" in der Waldpforte öffnet einmal im Monat immer freitags

Gewinn fließt in Nacho-Maschine

Mit einem Anlaufpunkt für den älteren Nachwuchs möchte das Jugendhaus Waldfporte punkten. Die neue Jugendbar "Puzzles" richtet sich vor allem an ältere Teenager, die noch nicht volljährig sind. Organisiert wird das an einem Freitag pro Monat durch ehemalige Besucher der Einrichtung.

"Das Angebot für Kinder an der Waldpforte ist gut", erzählt Sina Koch. Für ältere Jugendliche gebe es da eher weniger Anlaufpunkte im Terminkalender der Einrichtung, meint die 18-Jährige. "Aber auch im Stadtteil bieten sich wenige bis gar keine Möglichkeiten, auszugehen", berichtet Koch, die gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Team ehemaliger Besucherinnen die Verantwortung im Thekendienst übernimmt. "Die Leute müssen dann eben in die Stadt fahren, und dort ist es wesentlich teurer, auszugehen", unterstreicht sie.

Die Idee, aus diesem Grund eine Jugendbar einzurichten, war bereits bei der Kinder- und Jugendversammlung im vergangenen November formuliert worden. "Der Wunsch nach Freiraum in der Freizeitgestaltung kam vom älteren Nachwuchs damals klar zum Ausdruck", meint Anna Müller vom Mitarbeiterstab des Jugendhauses. "Mit der Realisierung der Idee hat sich auch im Umfeld viel getan", verrät sie.

Mobiliar erneuert

Die Einrichtung sei nicht mehr zeitgemäß gewesen. Das Mobiliar wurde deshalb auch mit Hilfe von Fördergeldern des Bezirksbeirats erneuert. "Bar und Bühne wurden gebaut", so Müller. Dazu bekamen die Wände einen Anstrich. "Jetzt ist es viel gemütlicher", lobt Sina Koch.

Die Entscheidung, Alkohol hinter der Theke auszuschenken, haben sich die Verantwortlichen dagegen nicht leicht gemacht. Harte Getränke gebe es nicht. Es bleibe bei Bier, sagt Anna Müller. "Trotzdem tragen wir natürlich eine gewisse Verantwortung", räumt Barchefin Sina Koch ein. "Die Besucher sollen sich ja hier nicht betrinken."

Unterstützt wird die Jugendbar ebenso durch die Initiative "Ich kann was" der Telekomstiftung. "Für mich ist vor allem aus pädagogischer Sicht das Konzept der Mitbestimmung wichtig", hob Anna Müller hervor. Die Idee der Selbstverantwortung sei für den Mittagsbereich gleichfalls für jüngere Besucher denkbar. Doch auch für den Barbetrieb bleibe ein Pädagoge der Einrichtung in Bereitschaft vor Ort.

Von einem Stammpublikum von bis zu 30 Besuchern gehen die Gastgeber aus. Bereits bei der Eröffnungsveranstaltung zeigte sich die gute Stimmung. Sängerin Jenny Anagbogu garantierte mit Soul in der Stimme beste Partyatmosphäre. Zudem stellte die Tanzgruppe des Jugendhauses ihr Talent unter Beweis. Ihr Wissen konnten die Besucher bei einem Kneipenquiz testen. Davon zeigte sich auch Thomas Steitz begeistert. "Wir wollten aus Sicht des Bezirksbeirats die Eigeninitiative des Nachwuchses unterstützen", lobte der Beirat der Mannheimer Liste.

Ausweitung geplant

"Das Konzept hat Potenzial", zeigt sich Anna Müller überzeugt. "Wenn es läuft, könnte die Bar im kommenden Jahr auch öfter ihre Pforten öffnen", wagt sie eine Prognose. Immerhin hat sich der Nachwuchs ein weiteres Ziel gesetzt. "Wenn wir Gewinn machen, fließt der gleich in eine Nachomaschine", versichert Sina Koch.