Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Waldhof Große Krippenausstellung in St. Franziskus öffnet am Sonntag / Über 100 Exemplare aus aller Welt / Führungen im Angebot

Heilige Familie im Kirschkern

Das kleinste Exemplar steckt in einem winzigen Kirschkern, andere präsentieren sich auf fast zwei Metern Breite, doch überall stehen Maria, Josef und das Jesuskind im Mittelpunkt: Ab Sonntag sind in der St. Franziskuskirche am Taunusplatz zum dritten Mal Weihnachtskrippen aus aller Welt zu sehen.

Über 100 Exemplare aus fast 50 Ländern stellt Familie Hartlieb aus der Gartenstadt für die Ausstellung zur Verfügung – aus Holz, Stroh, Gips, Metall oder Blättern. Traditionell farbenfroh sind die Bauten aus Südamerika: In den peruanischen Retablos finden Besucher nicht nur die Weihnachtsgeschichte, sondern auch exotische Tiere, Instrumente oder landestypische Kleidung.

Kleinste nur mit Lupe erkennbar

In einer afrikanischen Krippe sitzen Maria und Josef in einem Kürbis, der mit einer Muschel verschlossen ist. Auch lederne Krippen für die Handtasche, heute würde man „to-go“ sagen, gibt es zu sehen: „Und für die ganz kleinen Exemplare – wie im Kirschkern – stellen wir eine Lupe auf“, verrät Nina Hartlieb.

Seit über 30 Jahren sammeln Nina und Bernd Hartlieb nun schon Figuren und Bauten aus aller Welt. Sie selbst hatten schon als Kinder Krippen zu Hause und erweiterten diese nach und nach. Als an der Alfred-Delp-Schule in der Gartenstadt für den kranken Eric aus Ecuador mit dem Verkauf von Krippen und anderen Artikeln aus Dritte-Welt-Ländern vor vielen Jahren Spenden gesammelt wurden, wuchs die Kollektion der Hartliebs schnell an.

Auch die Kinder Anja und Maximilian, inzwischen erwachsen, organisieren die Ausstellungen in der Franziskuskirche mit und haben schon viele eigene Projekte mit Krippen auf die Beine gestellt. Vor allem die Arbeit mit Kindern oder geflüchteten Menschen stehe dabei im Vordergrund, erzählt Mutter Nina Hartlieb, die an der Justus-von-Liebig-Schule unterrichtet.

Die Krippen bringen die Hartliebs aus dem Urlaub mit, manchmal erhalten sie Exemplare von Freunden, und ab und zu kommen die Stücke auch über Umwege nach Mannheim, beispielsweise über Freunde aus Salt Lake City: „Beim Zoll waren sie schon oft erstaunt, aber in ihrem dicken Buch dort war nichts zu finden, dass Krippen zu verzollen sind“, schmunzelt Nina Hartlieb. „Als wir einmal eine Krippe aus Simbabwe hatten, aus der ein Flamingo herausgeschaut hat, hat uns die Dame am Schalter schon sehr merkwürdig angeschaut.“

„Schon vor zwei Jahren war die Nachfrage sehr groß, deshalb haben wir die Ausstellung noch größer gestaltet“, erklärt Uwe Grundei von der Franziskusgemeinde. Schon bei der ersten Auflage der Ausstellung habe ihn die Vielfalt beeindruckt: „Und dass es einfach auf der ganzen Welt Krippen gibt.“ Außergewöhnlich sind für ihn beispielsweise die Krippen aus Afrika mit exotischen Tieren. Einige Ausstellungsstücke machen ihn auch nachdenklich, wie eine Darstellung aus Liberia, die aus Patronenhülsen des Bürgerkriegs hergestellt wurde. „Die Hülsen lagen überall herum, und ein Mann hatte die Idee, sie aufzuschneiden, platt zu klopfen und zu prägen“, erklärt Bernd Hartlieb.

Spenden für gute Zwecke

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei. Freiwillige Spenden kommen einem Deutschprojekt für geflüchtete Menschen an der Justus-von-Liebig-Schule zugute, einen weiteren Teil erhält der Kinder- und Jugendchor Waldhof-Gartenstadt.

Mit ihrem Engagement wollen die Hartliebs aber nicht nur soziale Projekte unterstützen, sondern den Menschen auch die Welt der Krippen näher bringen: „Denn wenn man die Besucher beobachtet, die unsere Krippen anschauen, dann sieht man, dass sie immer ein Strahlen auf dem Gesicht haben.“