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Gartenstadt „Hoffexpress“ des Fußball-Bundesligisten aus dem Kraichgau macht Station an der Gretje-Ahlrichs-Schule

Hoffi bringt Schüler auf Trab

Im Seitschritt läuft Leonardo über die Hütchen, dann springt er einmal in jeden der vier Reifen, die auf dem Boden liegen. Schließlich schnappt er sich den Ball, sprintet durch den Slalom und schießt auf das Tor. Mit dem Ball geht es dann den gleichen Weg zurück, wo der Achtjährige mit seinem Freund abklatscht, der nach ihm durch den Parcours rennt. Antonio feuert den Kumpel dabei an. So entspannt könnte Unterricht doch immer sein.

Der fällt für die Schüler der Gretje-Ahlrichs-Schule an diesem Montag aus: Stattdessen gibt es Spiele mit dem „Hoffexpress“, dem Fanmobil des Bundesligavereins TSG Hoffenheim. An einer Digitalwand, auf der immer wieder grüne und rote Punkte aufblinken, können die Kinder ihre Reaktionszeiten trainieren – genauso wie die Torhüter aus der Bundesliga. Beim Bingo sollen sie Bilder erraten, an anderen Stationen Spiele spielen und ihre Koordination üben. Und natürlich: Fußball spielen.

Zwei kleine Tore sind auf dem Schulhof neben dem Anemonenweg aufgebaut, und mit lauten Gelächter – aber auch dem Ehrgeiz, gewinnen zu wollen – rennen die Schüler dem Ball hinterher.

Seit 2014 tourt der „Hoffexpress“, der bei zehn Metern Länge und dreieinhalb Tonnen Gewicht eher zu den langsameren Gefährten auf der Autobahn gehören dürfte, durch die Metropolregion, 115 Veranstaltungen besucht er.

„Wir wollen mit dem Mobil Bewegung und Sport an die Schulen bringen“, erklärt Florian Schmanke, der als Moderator seit 2017 mit dem Express unterwegs ist: „Wir haben eine sportliche und gesundheitliche Entwicklung, die nicht gerade ansteigt. Dem wollen wir mit dem Express entgegenwirken.“

Für Tina Dewald, Konrektorin an der Schule, ist das wichtig: „Wir können den Kindern so auf neue Art und Weise Spaß an Sport und Spiel nahebringen.“ Den „Hoffexpress“ hat sie an der Grundschule ihrer Tochter gesehen. „Als ich sie am Mittag abgeholt habe, habe ich glückliche Kinder getroffen. Und auch die Lehrer haben von dem Programm geschwärmt.“ Das wollte die Pädagogin auch mit den eigenen Schülern machen, deshalb hat sie im vergangenen Sommer schließlich die Bewerbung nach Hoffenheim geschickt.

Und so durchlaufen die Kinder an diesem Montag in kleinen Gruppen die einzelnen Stationen des Parcours. Mit dabei sind auch Schüler der benachbarten Hermann-Gutzmann-Schule, die ebenfalls die Gelegenheit nutzen, die sich ihnen hier bietet. „Das ist schön, mit solchen Projekten fangen die beiden Schulen an, sich anzunähern“, freut sich Ahlrichs-Schulleiterin Barbara Negrelli. Für sie ist der Besuch des „Hoffexpress“ wichtig, „wir wollen mehr für die Bewegung der Kinder tun“, sagt sie. Eine Turnhalle fehlt der Schule allerdings noch immer. Wenn es gut läuft, könnte aber noch in diesem Jahr Baubeginn sein.

Maskottchen als Überraschung

Die Schüler des SBBZ (früher Förderschule genannt), genießen die Abwechslung vom Unterricht sichtlich: „Der Parcours war nicht schwer, das Tor habe ich natürlich getroffen. Ich spiele ja selbst Fußball“, sagt zum Beispiel Leonardo, der eben noch im Seitschritt über die Hütchen gehüpft ist. Und die zwölfjährige Tugce hat einen klaren Favoriten unter den Stationen: „Die Wand mit den Punkten war am besten“. Das sagt sie, schnappt sich einen Ball und schießt ein weiteres Mal auf die Torwand. Im Nachschuss trifft sie eines der fünf Löcher.

Für Madison ist der Aktionstag quasi ein Heimspiel: „Ich spiele selbst Fußball auf der Vogelstang“, erzählt die Zwölfjährige stolz. Außerdem sei sie Hoffenheim-Fan. Was ihr am „Hoffexpress“ am besten gefallen hat? „Alles!“

Nico hingegen findet das Quiz am besten: „Da mussten wir erraten, was auf den Bildern zu sehen war. Ein Fußballtrikot zum Beispiel, oder eine Uhr.“ Fußball spielt er gerne, jedoch nicht im Verein: „Aber mit Freunden und in der Pause.“ Vor allem mag er es, wenn er im Tor stehen kann.

Am Ende des Vormittags voller Spiele hat Moderator Florian Schmanke dann noch eine Überraschung für die Kinder parat: Mit lauten Rufen lockt er Hoffi hervor. Der Elch sorgt als Maskottchen normalerweise im Stadion für gute Stimmung, aber auch die Kinder sind von ihm begeistert. Für sie war es ein spannender Tag, den es ihrer Meinung nach wohl gerne öfter geben dürfte.