Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Waldhof Cordula Stratmann und Ulrich Noethen begeistern bei den Kulturtagen im ausverkauften Franziskussaal

Hommage an Heinrich Heine

Archivartikel

Als „zwei wunderbare Künstler, deren Liste von Comedy- und Filmpreisen zu lange ist, um sie in der Kürze alle aufzuzählen“, kündigte Uwe Grundei, Sprecher des Gemeindeteams und Organisator der Kulturtage Waldhof, Cordula Stratmann und Ulrich Noethen im ausverkauften Franziskussaal an. In dem eineinhalbstündigen Programm führte Cordula Stratmann amüsant und lehrreich durch den Literatur-Abend über Heinrich Heine während Ulrich Noethen dem Wort- und Gedankenkünstler seine Stimme lieh.

Stimme direkt ins Herz

Cordula Stratmann und Ulrich Noethen verstanden es wunderbar, den Dichter Heinrich Heine dem Publikum an diesem Abend ganz nahe zu bringen. Heine wurde 1997 als Harry Heine, Sohn jüdischer Eltern, in Düsseldorf geboren und gilt als „Dichter der Romantik“. Er erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen Literatur eine elegante Leichtigkeit. Seine Mutter Betty spielte die Hauptrolle in seiner Entwicklung. Auch wenn Betty Heine das Schaffen ihres Sohnes als Dichter nicht guthieß, schrieb er nur wohlwollend über sie und seinen Vater Samson. „Seine Stimme ging sofort ins Herz, ohne Umwege durch die Ohren.“

Volontär bei einer Bank

Nach seiner Schulzeit arbeitete Heinrich Heine als Volontär bei einer Frankfurter Bank. Danach wechselte er nach Hamburg und bekam von seinem Onkel Salomon ein Tuchgeschäft eingerichtet. Aber „Harry Heine & Comp.“ musste sehr bald Konkurs anmelden. Danach folgten Studium in Bonn, Göttingen und Berlin. Über die Georg-August Universität in Göttingen schrieb er: „Im Allgemeinen werden die Bewohner Göttingens eingetheilt in Studenten, Professoren, Philister und Vieh; welche vier Stände doch nichts weniger als streng geschieden sind. Der Viehstand ist der bedeutendste“, rezitierte Ulrich Noethen.

Schon sehr früh schrieb Heine für Zeitschriften, aber sein erstes Gedicht verfasste er erst mit 20 Jahren. Heine brachte eine neue Art der Literatur – eine Freiheit des Geistes. So schrieb er von einem schneeweißen Busen und war erzürnt, dass die Zensur eine schneeweise Schulter daraus machte, was auch Cordula Stratmann sehr erzürnte. Heine war auch der erste deutsche Dichter, der das Meer bedichtete. „Das Fräulein stand am Meer, und seufzte lang und bang. Es rührte sie so sehr, der Sonnenuntergang“.

Wegen Herkunft angefeindet

Begeistert war er vom Dichterfürst, Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, berichtete schmunzelnd Cordula Stratmann. Ihn bat er um eine Audienz, und sie wurde ihm gewährt. Aber trotz Vorbereitung auf dem Wege dorthin fiel ihm nichts weiter ein als Goethe über die sehr gut schmeckenden sächsischen Pflaumen zu erzählen. Goethe soll hierzu gelächelt haben.

Doch trotz dieses Misserfolges wurde Heinrich Heine wegen seiner kritischen und engagierten Schreibweise bewundert, aber auch gefürchtet. Heine wurde aber auch wegen seiner jüdischen Herkunft von Antisemiten und Nationalisten bis zum heutigen Tage angefeindet. Er starb 1856 in Paris.

Cordula Stratmann ist eine beliebte Komödiantin und vielfach ausgezeichnete Künstlerin, sie erhielt beispielsweise der Deutsche Fernsehpreis, die Goldene Kamera, der Bayerische Fernsehpreis. Ulrich Noethen war in zahlreichen deutschen Filmproduktionen zu sehen und wurde ebenfalls vielfach ausgezeichnet: Er erhielt unter anderem den Deutschen Filmpreis und die Goldene Kamera.