Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Gartenstadt Bürgerfest mit Programm und besonderer Ehrung / „Sonnenbank“ als Dauerleihgabe der Klimaschutzagentur

Karlheinz Schies neuer Zöllner

Nach den Unwettern der vergangenen Tage waren die ehrenamtlichen Helfer um die Vorsitzende des Bürgervereins, Gudrun Müller, erleichtert, dass angenehme Temperaturen die Bürger zum Fest auf das Gelände neben der Freilichtbühne lockten. Auch diesmal kam einer Person eine besondere Ehre zuteil: Der Mäzen Karlheinz Schies wurde zum neuen Gartenstädter Zöllner ernannt.

Mit Gesang vom Gartenstädter Pop Chor begann das Bürgergartenfest am ersten Tag. Danach rockte die Band Hoaggel Fisch von der neu errichteten Bühne am Boulefeld und lockte sogar einige Besucher zum Tanz vor die Bühne – trotz des einsetzenden warmen Regens.

Bedeutend kühler war es am Folgetag, als Gudrun Müller die Besucher zur offiziellen Eröffnung begrüßte. Stadtrat Konrad Schlichter überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und des Gemeinderates und gab einen kurzen Überblick über Themen rund um die Gartenstadt: das Spielplatzangebot, die baulichen Zustände einiger Schulen oder das Thema Windräder im Naherholungsgebiet Käfertaler Wald. Müller begrüßte besonders den Stammtisch der Gartenstädter Zöllner, die zahlreich erschienen waren.

Am Glück teilhaben lassen

Zöllner fordern traditionell etwas ein – ganz anders in der Gartenstadt: Hier bringen sie etwas ein, so auch der diesjährige Zöllner Karlheinz Schies. Er behaupte von sich, er habe Glück gehabt in seinem Leben, erklärte Müller, deshalb lässt Schies auch andere an seinem Glück teilhaben. Besonders am Waldfriedhof, „seinem Friedhof“, wie Schies lächelnd betonte. Dank des engagierten ehemaligen Gartenstädter Bürgers plätschert auf dem Waldfriedhof ein Brunnen. Auch das Eingangsportal finanzierte der Mäzen. Die hintere Drehtür, der Glockenturm und eine Anzahl von Friedhofsbänken waren weitere Spenden.

„Eines Tages rief der örtliche Friedhofsverwalter bei mir an. Herr Schies, die Orgel auf ihrem Friedhof ist kaputt. Können sie da was tun? Da hab ich dann halt eine neue Orgel bezahlt“, berichtet Schies nicht ohne Stolz. Nun zeigt ein Baukran vor dem Waldfriedhof die Stelle für ein weiteres Schies-Objekt: „Hier entsteht ein schönes Café, nicht nur für Friedhofsbesucher“, erläuterte Müller.

Im Anschluss übergaben Katrin Berlinghoff und Sebastian Bohnet von der Mannheimer Klimaschutzagentur dem Bürgerverein eine Sonnenbank als Dauerleihgabe. Die Bank spendet im Bürgergarten Licht, und die Besucher können bei Bedarf ihre Handys dort aufladen. Das Geschenk basiert auf einer Wette zwischen dem Vorstandsmitglied des Bürgervereins, Roland Weiß, und der Umweltbürgermeisterin Felicitas Kubala: Weiß wettete, dass Dachsolaranlagen in der Gartenstadt ebenso viel Energie bringen wie die zuvor angedachten Windräder im Käfertaler Wald.

Musik und Informationen

Nach der Eröffnung unterhielt die Musikkapelle Egerland aus Frankenthal die Besucher, unter denen auch zahlreiche örtliche Bezirksbeiräte und die Leiterin des nördlichen Bürgerservices Michaela Diehl zu sehen waren. Im Programm ging es weiter mit der Prämierung des Sommertagsumzuges, Livemusik mit Toni Tönchen, Comedy von Dennis Boyette und dem Blasorchester Blau-Weiß-Waldhof. Musikalisch wurde das Bürgergartenfest mit der Band „Dirty Docs“ erfolgreich beendet, die mit 80er Rock das Publikum zum Toben brachte.

Traditionell nutzen viele Gruppen des Bürgervereins, aber auch soziale Einrichtungen dieses Fest, um sich zu präsentieren und Spenden einzusammeln. In diesem Jahr war der Ortsverband Ma-Nord des Deutschen Roten Kreuzes wieder dabei. Die Polizei informierte zur „Sicheren Gartenstadt“. Die Klimaschutzagentur hatte Solarzellen mitgebracht, und daneben standen Vertreter der MVV bereit, um Fragen zu beantworten. Verschiedene Handarbeits- und Bastelgruppen hatten viele Arbeitsstunden damit verbracht, nützliche und schöne Artikel herzustellen, die sie zum Verkauf anboten.

Auch Pro Asyl war mit einem Stand vertreten. Hier boten Menschen aus Eritrea kulinarische Spezialitäten aus ihrer Heimat an.