Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Waldhof Evangelische Kindertagesstätte Wiesbadener Straße schließt zum 19. August / Übergangslösung greift erst 2020

Kinder verlassen „Spatzennest“

Noch einige wenige Tage herrscht Leben in der evangelischen Kindertagesstätte Wiesbadener Straße auf dem Waldhof. Und auf der Internetpräsenz der Gemeinde Waldhof-Luzenberg taucht die Einrichtung nach wie vor auf. Aber das Ende ist absehbar: Zum 19. August schließt die Kita endgültig ihre Pforten.

Das Aus hatte sich schon vor zweieinhalb Jahren abgezeichnet: Damals teilte die Evangelische Kirche in Mannheim (EKMA) mit, dass der hohe Sanierungsbedarf des Gebäudes nicht mehr zu stemmen sei. Rund 1,5 Millionen Euro wären für eine grundlegende Instandsetzung nötig gewesen. Lediglich unabweisbare Reparaturen würden noch vorgenommen, hieß es damals. Und: Ab sofort würden keine Kinder mehr neu aufgenommen – abgesehen von dem einen oder anderen Geschwisterkind.

So blieb es zwar bis zuletzt bei eineinhalb bis zwei Gruppen, aber im Moment steuern nur noch 29 Kinder die „Spatzennest“-Räume am Gethsemane-Gemeindezentrum an. Zwölf der Kinder kämen Mitte September in die Schule, die 17 anderen würden umverteilt, sagt Sabine Zehenter auf Anfrage dieser Zeitung.

Wünsche berücksichtigt

Die Abteilungsleiterin der EKMA für Kitas betont, man habe Kinder beziehungsweise Eltern nach Wunscheinrichtungen gefragt. Unter den drei Nennungen „konnte in der Regel der erste Wunsch berücksichtigt werden“. So verteilen sich die übrig gebliebenen bisherigen „Spatzennest“-Besucher auf die Kitas in Speckweg, Waldpforte, Stolberger Straße und die neue George-Washington-Kita auf Franklin. Natürlich hätten die Kinder diese Einrichtungen bei einem Besuch auch schon kennengelernt.

Bis zum Schluss habe man die sechs Vollzeitkräfte in der Wiesbadener Straße beschäftigt, erklärt Zehenter: „Wir wollten das Team vollständig lassen, damit es das letzte Jahr gut bewältigen kann.“ Auch am Programm mit Ausflügen und Abschlussfest habe es keinerlei Abstriche gegeben. In wenigen Tagen wird dann das Personal umverteilt, die Mitarbeiter hätten ebenfalls wählen könne, wohin sie gehen.

Eine Lücke hinterlässt das „Spatzennest“ im Stadtteil aber natürlich schon. Das ist auch der Stadtverwaltung bewusst. Schon vor zweieinhalb Jahren hatte der zuständige Fachbereich mitgeteilt, man prüfe Möglichkeiten im Bereich des nahen Friedrich-Ebert-Kinderhauses. Inzwischen ist klar, dass es zu einer dreieinhalbgruppigen Einrichtung ausgebaut werden soll. Aber zur Verfügung stehen wird sie nicht vor 2021. Deshalb müsse es „zunächst eine Übergangslösung an einem nahen, noch zu bestimmenden Standort geben“, hatte die Verwaltung im Oktober 2018 auf Anfrage mitgeteilt.

Diese Übergangslösung, so die Stadt gestern auf Anfrage des „Mannheimer Morgen“, werde derzeit „in unmittelbarer Nähe zum städtischen Kinderhaus Friedrich-Ebert“ realisiert. Geplant sind demnach 40 Kindergarten-Ganztagsplätze in Containern.

Es seien allerdings umfangreiche Vorarbeiten nötig. Deshalb greift diese Übergangslösung nicht jetzt – sondern voraussichtlich erst in einem Jahr: „Wir streben eine Eröffnung in der zweiten Jahreshälfte 2020 an“, teilte die Sprecherin des städtischen Fachbereichs Bildung, Beate Klehr-Merkl, mit.