Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Käfertal Lesehelden in St. Lioba begeben sich auf Zeitreise ins Jahr 1948 und lernen anderen Sprachen kennen

Kinderbuch auf Englisch und Arabisch

Was heißt eigentlich „Lernen“? Was lernen denn Kinder in anderen Ländern oder in früheren Zeiten? Hatten Oma und Opa auch schon Computer? Neugierig begaben sich 23 Vorschulkinder des Kinderhauses St. Lioba auf eine spannende Reise, um all diesen Fragen auf den Grund zu gehen, durchgeführt im Rahmen des Leseförderprojektes „Wir-sind-Lese-Helden“. „Reiseleiterin“ Beate Tilg vom Leitungsteam der Bücherei der Kirchengemeinde Mannheim-Nord in St. Lioba und Initiatorin dieses Projektes, wurde dabei unterstützt von Wolfgang Neuberth sowie den beiden Erzieherinnen Joanna Chilczuk und Stefanie Fischer.

Bereits bei der ersten Einheit mussten die Kinder selbst tätig werden und das gefräßige Büchermonster Nibbels einfangen und es sicher wegsperren, denn, erste Lektion, Bücher soll man lesen und nicht fressen. Das erste Ziel führte die Lesereise ans andere Ende der Welt – nach China. Hier erfuhren die kleinen Lesehelden, dass Kinder dort nicht das bei uns übliche „ABC“ lernen. Frau Yen vom Restaurant „Chinatown“ führte geduldig in die geheimnisvolle Welt der chinesischen Schriftzeichen ein und jedes Kind durfte einmal den Pinsel schwingen.

Eine wichtige Frage der Kinder war: Wie haben eigentlich Oma und Opa gelernt? Die Antwort bekamen sie auf ihrer zweiten Reise. Da hatte sich die Bücherei in ein Schulzimmer von 1948 verwandelt. Zu dieser Zeit gab es noch andere Rituale und Regeln. Schreibenlernen auf der Schiefertafel, Rechnen lernen mit dem Abakus – für die Kinder irritierend strenge Einforderung der Schulregeln. Wolfgang Neuberth erinnerte dabei spannend an seine eigenen Grundschulzeit in der Käfertalerschule.

Das kleine Ich bin Ich

Andere Länder – andere Sprachen. Warum eine Geschichte nur in einer Sprache erzählen? Unsere Erde wird erst lebendig und bunt durch die Vielfalt der Sprachen der Welt, lernten die Kinder. So bunt eben wie die Vielfalt der Herkunft der „Leseheld“-Kinder. Die Kinder verfolgten beim dritten Treffen sehr konzentriert das bekannte Kinderbuch „Das kleine Ich bin Ich“ von Mira Lobe, das mit Kamishibai-Bildkarten in drei unterschiedlichen Sprachen erzählt wurde: deutsch, englisch und arabisch.

Bei einem Ausflug in die Steinzeitausstellung der Reiss-Engelhorn-Museen erfuhren die Teilnehmer, dass ihre Altersgenossen auch vor 30 000 Jahren allerhand lernen mussten, und wenn es, wie die Kinder dem gleichnamigen Buch entnahmen, darum geht, wie man Mammuts jagt. Beim letzten Treffen wurde das Team verstärkt durch Stadträtin Helen Heberer. Nach einer letzten Geschichte überreichte sie gemeinsam mit Beate Tilg den Kindern als Anerkennung für die regelmäßige Teilnahme an diesem Projekt einen Orden, eine Urkunde als frisch gebackene „LeseHelden“ und einen Leserucksack.

Ein spannendes Projekt mit ungezählten Eindrücken und neuen Erfahrungen ging zu Ende. Die Inhalte und Themenschwerpunkte konnten anhand von zahlreichen spannenden Büchern, welche die Kinder während des Projektes in der Bücherei ausleihen konnten, im Kinderhaus wiederholt aufgegriffen und vertieft werden.

Die Bücherei führte das Projekt „LeseHelden“ eigenen Angaben zufolge nun schon zum neunten Mal durch. red