Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Waldhof Besonderer Gottesdienst in St. Franziskus begeistert mit Bütten, Musik und Spaß / Traditionstermin seit 26 Jahren

Narren entern das Kirchenschiff

Archivartikel

Beim 26. närrischen Gottesdienst in St. Franziskus waren schon eine halbe Stunde vor Beginn fast alle Plätze belegt. Doch Unterhaltung war trotzdem bereits angesagt: Der Gospelchor „Joyful Voices“ begleitete den besonderen Gottesdienst vor dem Start und bis zum Ende mit bekannten Liedern. Als Solist begleitete Markus Griffith mit seiner guten ausgebildeten Stimme und wurde mit viel Applaus belohnt.

Himmlischer Stammtisch

„Ich bin wieder da – Euer Joküs, der Fasnachtsengel“: Horst „Hotte“ Siegholt riet allen, die sich mit dem Lachen schwertun, sich morgens nach dem Aufstehen vor den Spiegel zu stellen. „Wer dann nicht lachen muss, dem ist nicht zu helfen und wird dann besser Politiker!“ Er und der himmlische Stammtisch – ganz liebenswerte Menschen – erinnerten an die Großen wie Peter Schick (bekannt für „wie bleed“) oder Ruth Huber („isch sag jo nix, isch mään halt blos“).

Die Politiker der Spaßmacher-Kompanie in Berlin seien in puncto Quatsch den Fasnachtern momentan haushoch überlegen, so Joküs. Diese Feststellung honorierte das närrische Auditorium mit Applaus. Nicht nur die Politik bekam ihr Fett weg. Auch die Jugend nahm er mit „Du sollst Vater und Mutter ehren“ in die Pflicht. Nicht nur für ab und zu kurze Besuche sollte man sich Zeit nehmen.

Lachen Garant für den Frieden

Das „geistliche Wort“ oblag wieder Thomas Friedl, Kommandant des Mannheimer Traditionscorps MTC. „Wer als Fasnachter anderen eine Freude macht, lebt Nächstenliebe. Dafür sei Euch gedankt.“ Friedl erinnerte an die Anfänge des Narrengottesdienstes mit Pfarrer Winter, dessen Idee es war, mit fasnachtlichen Reimen und Singen mal auf eine an der Weise in der Kirche Gott Ehre zu bringen. Lachen sei der beste Garant für den Frieden, der so nötig sei. Rücksicht und Toleranz – auch das sprach Friedl in seiner Predigt an. Er zeigte stolz seine Stola, auf der Kinderhände vieler Nationen ihre Handabdrücke hinterlassen hatten.

„Ach Gott, was Leit. Die gonz High Society vum Waldhof – also, die selb Bagasch wie ledschdes Johr“: So begrüßte Markus Weber als Fräulein Baumann das Publikum. Er wusste wieder einige lustigen Anekdoten von Lisbeth und Hermine zu erzählen. Durch das Lachen und Applaudieren der Besucher musste Weber kurze Pausen einlegen, bevor er weitere Geschichten zum Besten gab. „Die Jugend hat Google – wir haben Ahnung“. Mit dieser Bemerkung traf er nach Ansicht der Gäste voll ins Schwarze.

Glückliche Angelika Remmele

Die Glücklichste an diesem Tag war sicherlich Angelika Remmele vom Carneval Club Waldhof (CCW). Sie bat mit ihrer Benefizaktion um eine Spende für die Garde. Am Ende konnte sie es fast nicht glauben, als der Spendenbetrag von 1090 Euro verkündet wurde. Als Dankeschön für die Unterstützung applaudierte sie zusammen mit ihrem Mann Rolf, dem Präsidenten des CCW, dem Publikum.

Durch das Programm führte Peter Bartsch. Ihm gelang es, immer an der richtigen Stelle Menschen hervorzuheben oder die richtigen Pointen zu setzen. Uwe Grundei, Sprecher des Gemeindeteams, dankte allen Akteuren und Helfern. Er erinnerte daran, dass der Narrengottesdienst vor Jahren auf der Kippe stand. Sein Dankeschön galt deshalb besonders Rolf Remmele, der dafür gesorgt hatte, dass der Narrengottesdienst weiterhin stattfinden kann. Ins Leben gerufen hatten den Narrengottesdienst vor 26 Jahren Pfarrer Walter Wettach, Feuerio-Gardeminister Rüdiger Klein, Paulaner Jochen Stadler (alle bereits verstorben) sowie Friedemann Stihler und Klaus Schillinger – damals noch gegenüber in der Pauluskirche. Friedmann Stihler, der ehemalige Leiter der Joyful Voices, schrieb und komponierte mit „Der Narrengottesdienst in der Franziskuskerch“ das Lied, das auch heute noch bei jeder Veranstaltung gesungen wird.

Schon bei ihrer Begrüßung hatte Laura Attenmeier vom Pfarrgemeinderat angekündigt, dass auf die Gäste „die beschd Kartoffelsupp vunn Welt“ warte: Schon traditionell wird nach dem Gottesdienst zu Kartoffelsuppe eingeladen.