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Waldhof Sven Görlitz gibt rund 40 Teilnehmern am Beratungs- und Schneidekurs der Siedlergemeinschaft Speckweg nützliche Tipps / Kritik an Steingärten

Plädoyer für Kräuterrasen und Pflanzenvielfalt

Bei herrlichem Sonnenschein konnte die Vorsitzende der Siedlergemeinschaft Speckweg, Karin Pacel, rund 40 Hobbygärtner begrüßen. Sie nahmen am jährlich stattfindenden Beratungs- und Schneidekurs teil, dieses Mal im Garten der Familie Bloch auf dem Waldhof. Seit 20 Jahren bietet der Verein die beliebte Veranstaltung an.

Heiß diskutiert wurde direkt zu Beginn, als Sven Görlitz, Gartenfachberater des Verbands Wohneigentum, die Teilnehmer am Schnittkurs begrüßt hatte. Denn in der relativ alten Wohnsiedlung der Siedler werden immer mehr Vor- zu Steingärten umgestaltet. Das sei Gift fürs Mikroklima, warnte Görlitz. Denn gerade in einer so warmen Stadt wie Mannheim brauche es viel Grün, um die Wohngebiete im Sommer kühl zu halten. Außerdem böten Steinwüsten keinen Lebensraum für Kleinstlebewesen. Um für diese gute Bedingungen zu schaffen, brauche es entsprechende Bepflanzung. „Kräuterrasen ist sehr viel besser für die Biodiversität als ein englischer Rasen“ betonte Görlitz außerdem.

Aber eigentlich sollte es um den richtigen Schnitt an Obst und Ziergehölzen gehen. Deshalb machte sich der Fachmann unter den Augen seiner Zuhörer an einem Apfelbaum zu schaffen. Überschüssige, kreuzende und nach innen wachsende Äste wurden entfernt, damit die Krone sich weiterhin gut entwickeln kann und der Baum später gute Erträge bringt.

Strauchrose lässt Federn

Auch eine Weinrebe nahmen sich die Hobbygärtner zusammen mit dem Experten vor. „Am frischen Trieb bilden sich Blüten, eine Frucht wird aber nur am Trieb des vergangenen Jahres ausgebildet“, erklärte Görlitz. Richtig Federn lassen musste schließlich eine Strauchrose, die viele überalterte Triebe hatte. Görlitz: „Sie wird dafür später im Jahr umso schöner wieder erblühen.“