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Gartenstadt Am Friedhof entsteht bis zum Spätsommer das Café Waldpforte mit zwei Gasträumen / Schies-Stiftung finanziert das Projekt

Viel Holz und freie Sicht in den Wald

Archivartikel

Lange gab es nur Gerüchte, jetzt haben die Arbeiten für alle sichtbar begonnen: Am Eingang zum Waldfriedhof in der Gartenstadt entsteht derzeit das Café Waldpforte, das die Schies-Stiftung finanziert. Mäzen Karlheinz Schies und Architekt Andreas Kaupp informierten bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung erstmals öffentlich über die Pläne.

„Das Café Waldpforte ist ein kleines Tagescafé am Eingang des Friedhofs“, berichtet Kaupp im Gemeindesaal der Gnadenkirche. Der Aushub sei bereits erfolgt. In Holzbauweise entstehen auf dem Grundstück am Waldrand ein 50 Quadratmeter großer Gastraum und ein zweites Zimmer, das 30 Quadratmeter groß ist: „So haben wir 40 plus 20 Sitzplätze“, informiert Kaupp. Eine Solaranlage sowie eine Luft-Wärmepumpe gehören ebenfalls zum Konzept. Für Besucher soll es drei Pkw-Stellplätze geben, einer davon für behinderte Autofahrer. Große Schiebefenster und ein überdachter Außensitzbereich sollen den Blick in den Wald ermöglichen: „Wir wollen die Qualität des Ortes so erlebbar machen“, beschreibt der Architekt sein Konzept.

„Das ist keine Kneipe“

„Für das Tagescafé Waldpforte gibt die Schies-Stiftung 750 000 Euro ohne Grundstück und Möblierung aus“, informiert Kaupp auf „MM“-Anfrage. Die Bauarbeiten sollen im Spätsommer abgeschlossen sein: „Bis es dann öffnet, könnte es September oder Oktober werden“, schätzt Kaupp. Weil einige Bürger befürchten, dass die Ruhe an der Waldpforte gestört werden könnte, macht Schies im Beirat deutlich, dass es sich um ein Tagescafé handelt: „Das ist keine Kneipe, die Öffnungszeiten sind von 8 bis 20 Uhr.“

Schies will mit dem Café Trauernden die Möglichkeit geben, dort zu verweilen oder nach Beerdigungen Kaffee und Kuchen anzubieten: „Es ist dort wirklich angebracht“, erklärt der 87-jährige Sandhofer Unternehmer, der auch aus dem Nähkästchen plaudert: „Ich habe mein ganzes Leben auf Glück aufgebaut und deshalb eine Stiftung gegründet.“

Auswanderung und Rückkehr

Der Mannheimer wanderte 1958 aus und gründete in Chicago eine Kfz-Werkstatt. Weil das Heimweh stärker war, kehrte er 1964 zurück und wurde 1966 der erste Geldtransporteur Deutschlands. Mit seiner Mannheimer Panzerkarosseriebau GmbH baute er Spezialfahrzeuge für ganz Deutschland und erhielt so den Namen „Panzer-Schies“. Mit seiner Frau Christel gründete Schies die Stiftung – und hat seitdem auch im Norden der Quadratestadt schon zahlreiche Projekte finanziell unterstützt, zum Beispiel den Brunnen und Glockenturm für den Waldfriedhof sowie die Uhr für den Sandhofer Stich, ebenso das Jugendhaus und den Kulturverein Waldhof sowie einige Schulen.

Bezirksbeiratssprecher Stefan Höß (SPD) fragt nach dem Betreiberkonzept des Cafés Waldpforte. „Es gibt interessierte Pächter, aber es muss definitiv einer sein, der backen kann“, berichtet Schies schmunzelnd. Gudrun Müller (Freie Wähler/ML) will wissen, ob in dem Neubau auch gekocht werde. Das verneint Schies. Aus der Bürgerschaft kommen Bedenken, ob die Anzahl der Parkplätze überhaupt ausreiche: „Drei für Kraftfahrzeuge und zehn für Räder sind Pflicht. Wir haben auch unsere Bedenken geäußert, aber die Landesbauordnung gibt nur diese Pflichtplätze vor“, so Höß. Insgesamt begrüßen die Beiräte und Sitzungsleiter Joachim Horner (SPD) das Projekt als Plus für die Bürger.