Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Waldhof Bürgerinitiative erinnert an Seppl Herberger

„Von Verwaltung ausgebremst“

Archivartikel

Über ein so tolles Fußballwetter hätte sich wohl auch Seppl Herberger gefreut: Die Trainerlegende vom Waldhof wäre am 28. März 122 Jahre alt geworden. Deshalb gedachten an diesem Tag auch die Aktiven der Bürgerinitiative Waldhof West dem Weltmeistertrainer der deutschen Nationalmannschaft von 1954. Schließlich ist es dem Engagement der Mitstreiter um Sprecher Jürgen Kurtz zu verdanken, dass jenes Areal am Eingang der Oppauerstraße nach der Fußballikone benannt wurde.

Kein Grün mehr zu sehen

Am 17. Juli 2015 wurde der Seppl- Herberger-Platz eingeweiht. Im Mittelpunkt steht eine von der Herberger-Stiftung aufgestellte Stehle. Informationsbanden zum Thema umgrenzen das Ambiente. Die kargen Rasenflächen passen dagegen weniger ins Bild. Denn von Grün ist dort nichts mehr zu sehen. Entsprechend sammle sich mit der Zeit Müll an, monierte Jürgen Kurtz. Dabei habe die Stadt bei der Einweihung versprochen, den öffentlichen Platz sauber zu halten, wie der Sprecher der Bürgerinitiative verriet. „Derzeit werden aber nur zwei Mal die Woche die Mülleimer geleert“, so Kurtz.

Vor zwei Jahren hatte die Verwaltung noch einmal einen Versuch gestartet, einen entsprechenden Rasen anzulegen. Gehalten habe sich das Grün allerdings nicht, berichten die Mitglieder der Initiative. Im langen heißen Sommer 2018 sei der letzte Rest verdorrt, meinte Kurtz. „Die Stadt müsste doch in der Lage sein, das knapp 15 Quadratmeter große Areal sauber zu halten“, rätselte er.

Vor ein paar Tagen habe die Waldhof-Jugend das gesamte Gelände geputzt, erzählte Petra Jaeger. Sie sei seit Anfang an in der Bürgerinitiative engagiert. „Ich bin hier geboren und lebe gern auf dem Waldhof.“ Trotzdem falle ihr auf, dass es eher schlimmer werde mit der Sauberkeit. „Der Stadtteil ist etwas heruntergekommen in den vergangenen Jahren“, wie Jaeger unterstrich. „Eigentlich möchte ich etwas bewegen“, hob sie hervor. Deshalb sei sie in der Bürgerinitiative aktiv. „Umso ärgerlicher fühlt es sich an, wie wir von der Verwaltung jetzt ausgebremst werden“, beschwerte sich Jürgen Kurtz.

Dabei fänden sich fast jeden Tag Besucher und bisweilen sogar Touristen auf dem Seppl-Herberger-Platz ein, berichtete der Sprecher. Die Bürger seien stolz, „auf das, was hier erreicht worden ist“, hob er hervor. „Die Schüler der benachbarten Schule treffen sich hier an den Bänken“, so Kurtz: „Der Großteil der Bevölkerung nimmt es an, schließlich ist das Platzprojekt aus den Reihen der Bürgerschaft entstanden.“ Man habe lange für die Realisierung der Gedenkstätte gekämpft. Auch sei die Anlage bisher von Vandalismus verschont geblieben.

Probleme mit Hundehaltern

„Nur mit den Hundehaltern haben wir Probleme“, erklärte Hilde Kurtz. Eine ungepflegte Rasenfläche lade diese dann auch eher dazu ein, ihren Tieren hier das Geschäft zu ermöglichen. Deshalb wolle die Bürgerinitiative den Platz regelmäßig unter anderem mit einem Hochdruckreiniger sauber halten. „Das entbindet die Stadt aber nicht von der Pflicht hier ebenso für Sauberkeit zu sorgen“, wie Jürgen Kurtz klarstellte.