Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Gartenstadt/Käfertal Grüne laden zum Spaziergang mit Umweltbürgermeisterin und Leiter des Forstamts / 5000 Teilnehmern pro Jahr bei 270 Veranstaltungen

Waldpädagogik nimmt hohen Stellenwert ein

Zu einem informativen Waldspaziergang lud jetzt der Grünen-Ortsverband Mannheim Nord. Dabei hatten die Verantwortlichen um Sprecherin Susanne Aschhoff nicht nur Bürgermeisterin Felicitas Kubala als Teilnehmerin gewinnen können. Auch Forstamtsleiter Sebastian Eick stand den Spaziergängern Rede und Antwort.

Der Käfertaler Wald sei nicht nur für die Naherholung wichtig, sondern spiele auch eine Rolle für das Stadtklima, berichtete er. Zudem befänden sich in einem Quadratmeter gesunden Waldbodens mehr Lebewesen als Menschen auf der Erde, erklärte Eick.

Fast der gesamte Wald sei als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, so der Forstamtsleiter. Beinahe die Hälfte der Fläche stehe als FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) unter besonderem Augenmerk und Schutz. Stadt und Land unterstützten die Maßnahmen für den dortigen Natur- und Artenschutz finanziell, bemerkte Felicitas Kubala. Als Beispiel nannte die Grünen-Bürgermeisterin die Sandrasenareale nahe Benjamin Franklin Village. Die Aufforstung des Waldes gehöre dazu, betonte Sebastian Eick.

Es gebe mittlerweile auch Kooperationsprojekte mit Schulklassen, wies der Forstamtsleiter auf die erfolgreiche waldpädagogische Arbeit seines Försterkollegen Daniel Weissgärber hin. Anlaufpunkt sei stets das Waldhaus. „Wir beheimaten dort derzeit 270 Veranstaltungen pro Jahr“, sagte Sebastian Eick. „Das sind rund 5000 Teilnehmer“, rechnete er vor. Die Nachfrage sei kaum zu decken“, räumte er ein. So sei ein Anbau für zusätzliche barrierefreie Räumlichkeiten in Planung. Die Baumaßnahme soll zum Jahresende abgeschlossen sein.

Unterstützung erhält das Waldhaus nicht nur durch die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. „Das Land hat uns jetzt zusätzliches Personal für die Umweltpädagogik in Aussicht gestellt“, erzählte Sebastian Eick freudig. Zudem würden Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit benachbarten Forstorganisationen im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg geprüft.

Für die Stadt Mannheim stehe vor allem die nachhaltige Entwicklung des Stadtwaldes als Erholungsort für die Bevölkerung und der Erhalt von Lebensraum für Tiere und Pflanzen im Mittelpunkt. „Die forstwirtschaftliche Nutzung ist eher geringfügig“, meinte Eick.

Artenvielfalt erhalten

Es sei das Ziel, mehr Artenvielfalt im Baumbestand zu generieren – „besonders im Hinblick auf den Klimawandel“, unterstrich Eick. Der Anbau nicht heimischer Baumarten solle hier kein Tabu sein. Derzeit vermehre sich jedoch die spätblühende Traubenkirsche aus Nordamerika, die andere Pflanzen verdränge.

Auch der Schutz seltener Tierarten wie bestimmter Amphibien dürfe nicht aus dem Blick geraten, meinte Grünen-Stadträtin Gabriele Baier. 2018 habe der Naturschutzbund erstmals einen Amphibienzaun errichtet. Perspektivisch solle ein Amphibientunnel am Viernheimer Weg errichtet werden, um dauerhaft eine sichere Querung zu garantieren.