Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Wertvolle Zeit verloren

Bertram Bähr zur Betreuungssituation auf dem Waldhof

So schnell kann’s gehen: Noch im Januar wollte die Verwaltung dem Bezirksbeirat eine Wohnbebauung nördlich des Carl-Benz-Bades als Nonplusultra verkaufen. Jetzt sieht sie das Gelände am Rottannenweg als guten Standort für eine neue Kindertagesstätte. Das Umdenken kommt nicht von ungefähr: Schließlich fehlen im Stadtteil an allen Ecken und Enden Betreuungsplätze. Den zusätzlichen Bedarf „entdeckt“ hat die Stadt aber anscheinend erst im Mai – als der Gemeinderat die Bevölkerungsprognose 2038 als Planungsgrundlage beschloss. Kurz danach kamen die Kita-Pläne am Rottannenweg auf.

Die Begründung, der zu höhere Bedarf sei erst nach dem Prognose-Beschluss erkennbar gewesen, muss in den Ohren der Bezirksbeiräte allerdings wie Hohn klingen. Schließlich weisen sie – und betroffene Eltern – seit Jahren darauf hin, dass Not am Mann ist. Vor fast genau einem Jahr forderte der Bezirksbeirat die Stadt dazu auf, ein bereits vorhandenes Terrain auf dem Gelände der ehemaligen Theodor-Heuss-Schule zu nutzen und umgehend eine Kita-Planung in Angriff zu nehmen. Das wies die Stadt weit von sich, es stünden genügend Plätze zur Verfügung. Die Ausbauprogramm stehe fest, darüber hinaus sei nichts nötig.

Dass die Stadt die Situation inzwischen ganz anders beurteilt, ist überfällig. Aber der Neubau einer ganzen Einrichtung erfordert mehrere Jahre, selbst „Übergangslösungen“ in Form von Containern greifen erst nach etlichen Monaten. Zusätzliche Engpässe sind also unvermeidlich. Schade, dass die Verwaltung nicht frühzeitig auf die Bezirksbeiräte und die betroffenen Eltern gehört hat. Dadurch geht wertvolle Zeit verloren.