Waldhof / Gartenstadt / Luzenberg

Zu spät informiert

Bertram Bähr zur Umgestaltung des Taunusplatzes

Dass politische Stadtteilarbeit Zeit und großes Engagement erfordern, das konnten die neuen Waldhöfer Bezirksbeiräte in ihrer ersten Sitzung nach der Gemeinderatswahl feststellen. Dreieinhalb Stunden berieten sie eine lange Liste von Themen. Und stellten dabei noch etwas Wichtigeres fest: Politische Stadtteilarbeit erfordert vor allem Beharrlichkeit – Beharrlichkeit in der Interessenvertretung der Bürger gegenüber der Stadtverwaltung.

Das zeigte sich gleich beim ersten Tagesordnungspunkt, einem zentralen Thema für den Stadtteil: Wie soll die „neue Mitte“ auf dem Waldhof – der Taunusplatz – künftig aussehen? In wenigen Wochen möchte die Stadtverwaltung einen Beschluss zum zweiten Bauabschnitt. Nur dann können die Arbeiten im nächsten Sommer – ein Jahr später als geplant – beginnen. Aber erst jetzt präsentierte die Stadt dem Bezirksbeirat Entwürfe – die noch dazu viele Fragen offenlassen.

Die Stadtteilpolitiker monierten zu Recht, dass die Vorschläge zur Verkehrsberuhigung im westlichen Speckweg-Teil unausgegoren sind. Dass die vorgeschlagene Entwässerung des Platzes Nachteile birgt. Dass die Zahl der Radständer zu gering ist – und einiges mehr. Eigentlich müsste die Planung in wesentlichen Punkten überarbeitet werden. Aber das würde weitere Verzögerungen mit sich bringen.

Obwohl die Verwaltung mit dem Projekt ein Jahr in Verzug ist, hat sie es nicht geschafft, Bevölkerung und Bezirksbeirat frühzeitig anzuhören. Dann hätten die Punkte, die erst jetzt auf den Tisch kamen, bereits vor Monaten geklärt werden können. Dass der Bezirksbeirat auf Verbesserungen im Sinne der Bürger beharrt, ist richtig. Wenn sich die Gestaltung der „neuen Mitte“ dadurch weiter verzögern würde, wäre das ausgesprochen ärgerlich. Aber keineswegs seine Schuld.