Wallstadt

Wallstadt Freiwillige Feuerwehr hat Mitgliederzuwachs und drängt auf Neubau des Gerätehauses

Die Container sind zu eng

Immer mehr Aktive in der Einsatzmannschaft, aber auch steigende Mitgliederzahlen bei der Jugend und der Kindergruppe „Löschlöwen“: Die Freiwillige Feuerwehr Wallstadt wächst, weiß aber nicht mehr wohin mit den Leuten. Kommandant Sven Wollschläger drängte bei der Jahreshauptversammlung daher erneut auf einen schnellen Neubau als Ersatz für das schon lange viel zu enge Gerätehaus am Mudauer Ring.

„Die 2017 eingeweihten Container sind ein Provisorium und sollen es auch bleiben“, mahnte Wollschläger, denn auch die zusätzlichen Umkleiden reichen nicht. „Ziel sollte ein zeitnaher Neubau eines Feuerwehrgerätehauses für uns sein“, drängte er. Die schon lange vorliegende Bedarfsermittlung werde in die Machbarkeitsstudie für den Neubau eines Kultur- und Sportzentrums einfließen, von der er hoffe, dass sie bis Herbst vorliege.

Schließlich gibt es beim – eigentlich dringend nötigen – Nachwuchs schon einen Aufnahmestopp. „Ich kann niemand mehr aufnehmen“, bedauerte Nadine Krenz, die Leiterin der „Löschlöwen“, die derzeit 16 Mitglieder umfassen. „Es ist eine lohnenswerte Tätigkeit“, meinte sie über ihre Aufgabe, den Mädchen und Jungen spielerisch die Feuerwehr nahezubringen.

Erfolgreiche Jugendarbeit

Die Jugendfeuerwehr ist von zwölf auf 17 Mitglieder angewachsen. „Tendenz steigend“, so Florian Merkel, der von Benjamin Gallier, der in Elternzeit ist, die Leitung übernommen hat. „In drei Jahren hast du mit einem sehr großen Engagement aus unserer Jugendfeuerwehr das gemacht, was sie heute ist: Eine top motivierte Gruppe, die aufeinander aufpasst, sich gegenseitig hilft, respektiert und zusammenhält“, dankte ihm Merkel: „Deinem Engagement ist es auch mit zu verdanken, dass unsere Jugendfeuerwehr einen so großen Zuspruch bekommen hat wie schon lange nicht mehr“.

Aber auch die aktive Mannschaft ist so stark wie schon lange nicht mehr: Erstmals wurde die Zahl von 40 Aktiven erreicht. Die zurückliegenden 20 Jahre waren es meist zwischen 33 und 38. Viele sind unter 30 Jahre alt und hochmotiviert. 9388 Stunden waren sie 2019 ehrenamtlich tätig – ob im Einsatz, zu Übungen, Ausbildung, Gerätewartung oder Tätigkeiten für Wallstadt. An elf Wochenenden übernahmen sie den Bereitschaftsdienst zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr. 72 mal mussten sie 2019 zu Einsätzen ausrücken, davon zu 16 Unwettereinsätzen an drei Tagen, wie Sven Wollschläger aufzählte.

„Diese Zahlen sind beeindruckend“, dankte Karlheinz Gremm, der Kommandant der gesamten Mannheimer Feuerwehr, den Wallstadter Kameraden. „Der abwehrende Brandschutz wäre ohne die Freiwilligen nicht sichergestellt“, betonte er. Das Ehrenamt sei ein „kostbares Gut“ und auch wenn die Freiwillige Feuerwehr kein Verein sei, sondern auf einer gesetzlichen Verpflichtung beruhe, so stelle sie einen wichtigen Teil des ehrenamtlichen Engagements im Stadtteil dar.

Dafür muss sich die Truppe ständig fit halten und fortbilden, wofür nun Christian Reichert verantwortlich ist. Er übernahm von Enrico Starck das Amt als Ausbildungsbeauftragten. Eine neue Aufgabe kommt jetzt auch auf alle Wallstadter Wehrleute zu. So wie alle Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr eine Spezialaufgabe haben, sind die Wallstadter künftig für „Löschwasserrückhaltung“ zuständig. Sie sollen bei Großbränden verhindern, dass mit Schadstoffrückständen belastetes Löschwasser in Flüsse oder die Kanalisation gelangt oder ins Erdreich sickert.

Neue Spezialaufgabe

„Wir betreten damit Neuland, aber es ist eine wichtige Umweltaufgabe“, sagte Karlheinz Gremm. Die Wallstadter werden dafür einen Spezialcontainer bekommen, der dann per Lkw zu den Einsatzstellen gefahren wird. „Aber es ist klar, dass sie dafür auch Platz zum Üben brauchen“, so Gremm. Aber nicht nur deshalb sei das bisherige Gerätehaus „nicht zukunftsfähig, denn hier ist keine Entwicklung möglich“. Der Neubau sei aber „auf gutem Weg, auch wenn die Mühlen der Verwaltung manchmal sehr langsam mahlen“, wie der Kommandant eingestand.