Wallstadt

Ost/Wallstadt Bevölkerungsprognose bis 2038 belegt für den Stadtteil zahlreiche fehlende Plätze / Konzept bis 2021 zugesagt

Die Kindergärten reichen nicht

Archivartikel

Die vier Wallstadter Kindergärten der beiden Kirchen, der Stadt und des Wespinstifts genügen langfristig nicht, um den Bedarf im Stadtteil zu decken. So fehlen 30 Tagesbetreuungsplätze in Krippe und Kindertagespflege für unter Dreijährige und 27 Kindergartenplätze, wenn man die Bevölkerungsprognose für 2030 als Basis nimmt. In 2038 wären es dann 28 Krippen- und 23 Kindergartenplätze zu wenig. Das erfuhr jetzt der Bezirksbeirat des Stadtteils.

Wallstadt wächst, wie diese Berechnung der Stadtverwaltung belegt. Danach waren 2018, das ist die letzte amtliche Zahl, in Wallstadt 7962 Einwohner mit Hauptwohnung erfasst. Die Verwaltung geht bis 2038 von einer Steigerung um 2,2 Prozent auf 8129 Einwohner mit Hauptwohnsitz aus – etwa durch weitere Bebauung des Wohngebietes Wallstadt-Nord sowie des Kerweplatzes an der Amorbacher Straße. Dabei ist die Entwicklung der Altersgruppen sehr unterschiedlich. Die mittleren Gruppen stagnieren, die Zahl älterer Bürger wächst ebenso deutlich wie die der Jüngeren.

Die Konsequenzen daraus hat der Bezirksbeirat schon mehrfach erfragt und sich damit befasst. Schließlich ist die auf die kommunale Statistikstelle zurückgehende und regelmäßig auf Basis eines statistischen Hochrechnungsverfahrens fortgeschriebene Bevölkerungsprognose wesentliche Grundlage der Stadtplanung, Sie wurde bereits im Mai 2019 im Hauptausschuss des Gemeinderats beschlossen.

Als der Bezirksbeirat gleich danach und dann erneut im September 2019 darüber sprechen wollte, erfuhr er aber nur, die Situation im Bereich Kinderbetreuung im Stadtteil sei „angespannt“. Genaue Berechnungen, heruntergebrochen auf den Vorort, lägen allerdings nicht vor, so die Verwaltung.

Noch Unwägbarkeiten

Jetzt sind sie da – konnten aber im Bezirksbeirat nicht debattiert werden, da die öffentliche Sitzung wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Informiert hat die Stadt das Gremium dennoch. Dabei gebe es bei Bevölkerungsprognosen zwar „viele Unwägbarkeiten“, dennoch stellten sie „eine wesentliche Grundlage zur Ermittlung der voraussichtlichen Bedarfe an Kinderbetreuungsplätzen in ganz Mannheim sowie in den Stadtteilen“ dar.

Schule bleibt dreizügig

Generell geht die Bevölkerungsprognose im Alterssegment bis unter drei Jahre stadtweit von einer weitgehend gleichbleibenden, bis 2030 leicht ansteigenden und bis 2038 dann wieder etwas rückläufigen Anzahl an Kindern aus. Für Wallstadt indes wurde berechnet, dass bis 2030 dann 30 Tagesbetreuungsplätze in Krippe und Kindertagespflege für unter Dreijährige fehlen. Bis 2038 reduziert sich der Mehrbedarf schließlich um zwei auf 28 Plätze.

Betrachte man das Alter von drei Jahren bis Schulbeginn stadtweit bis 2030, dann steigt die Zahl der Kinder – und sinkt bis 2038 wieder leicht. Für Wallstadt errechnete die Verwaltung bis 2030 einen Mehrbedarf von 27 Kindergartenplätzen, bis 2038 von 23. Nicht berechnet wird die Spinelli-Bebauung – dort würden „bereits im ersten Bauabschnitt Kindertageseinrichtungen entstehen“. Weitere Konsequenzen für Wallstadt nennt die Verwaltung aber nicht.

Dabei summieren sich die fehlenden Plätze auf eine Dimension, die dem eines neuen Kindergartens entspricht. Das katholische Kinderhaus Edith Stein hatte bis zum 2018 bezogenen Neubau 64 Plätze, jetzt sind es knapp 100. Die evangelische Kindertagesstätte „Kunterbunt“ weist 64 Plätze aus. Alle vier Einrichtungen im Stadtteil sind ausgebucht. Aber Neubaupläne im Stadtteil gibt es bisher nicht. Die Verwaltung sagte jetzt nur zu, dem Bezirksbeirat und dem Gemeinderat bis Herbst 2021 eine „stadtteilbezogene systematisierte Ausbauplanung“ vorzulegen.

Erfragt hat der Bezirksbeirat zudem, was die Bevölkerungsprognose für die Wallstadtschule bedeute. Die bleibe „perspektivisch stabil dreizügig“, so die Verwaltung, sprich drei Klassen je Jahrgang. Die Kinder des Neubaugebiets Spinelli würden auf Käfertaler Schulen gehen.