Wallstadt

Wallstadt Immer mehr Einsätze für die Ehrenamtlichen / Erste Kindergruppe

Feuerwehr drängt auf einen Neubau

Archivartikel

„Auf einem guten Weg“ sind die Planungen für den Neubau eines Gerätehauses für die Freiwillige Feuerwehr Wallstadt. Das sagte Bernhard Kunkel, der stellvertretende Kommandant der Mannheimer Feuerwehr, bei der Jahreshauptversammlung den Wallstadter Kameraden zu. Man werde „für den nächsten Doppelhaushalt Planungsmittel beantragen“, sprich für den Etat 2020/21. Das bedeutet aber auch, dass es vor 2022 keinen Baubeginn gibt.

„Wir brauchen eine Raumbedarfsanalyse und eine plausible, belastbare Kostenberechnung“, erklärte Kunkel, ohne die könne man nicht loslegen. Auch wenn durch die Diskussion um den Neubau eines Kultur- und Sportzentrums „Dynamik in die Sache“ gekommen sei, benötige man für die Planung einfach Zeit, warb er um Verständnis. Es sei aber klar, dass die Container „nur als provisorische Sofortlösung“ gedacht gewesen seien: „Das soll nicht das Ende sein“, sagte er zu, zumal dort eine Abgasabsaugung fehlt.

„Bürger sind dankbar“

Zuvor hatte Sven Wollschläger, der Kommandant der Wallstadter Abteilung, erneut darauf hingewiesen, dass die durch das Provisorium erreichte Erweiterung am Mudauer Ring schon wieder zu eng sei. „Wir brauchen zeitnah einen Neubau“, verwies er auf Zuwachs bei den Aktiven wie der Jugend.

Derzeit umfasst die Abteilung 33 Aktive, darunter zwei Neuaufnahmen. Sie leisteten im vergangenen Jahr nach den Worten von Wollschläger 8024 Stunden ehrenamtlichen Dienst. Dazu zählen Ausbildung, Übungen, Gerätewartung und Verwaltung, aber auch immer mehr Einsätze. „Die Zahl geht ständig nach oben“, sagte Wollschläger. An neun Wochenenden des Jahres 2018 leistete die Abteilung regulär Bereitschaftsdienst, um mit der Berufsfeuerwehr den Brandschutz zu garantieren. Zudem wurden die Ehrenamtlichen zu zahlreichen Bränden, großen Verkehrsunfällen oder insbesondere zur Unterstützung nach Unwettern dazugerufen.

„Dahinter steckt eine Menge an Engagement und Einsatzfähigkeit“, würdigte Kunkel die Wallstadter. „Es ist ja auch eine große Einschränkung für das Privatleben, immer abrufbar zu sein“, sagte er und lobte: „Wenn man Euch braucht, kommt Ihr!“

Diesem Lob schloss sich im Namen der Wallstadter Diakon Bernhard Kohl an: „Die Bürger sind dankbar, dass wir Euch haben“, drückte Kohl „höchste Anerkennung“ aus und verwies auf die Unterstützung – etwa für die Kerwe oder den Martinszug mit über 1000 Teilnehmer sowie die Aufstellung des Weihnachtsbaumes. Zugleich gratulierte er der Abteilung, „dass Eure Jugendarbeit so gut ankommt!“

Aktive „Löschlöwen“

Die Jugendfeuerwehr zählt, so sagte der Abteilungsjugendfeuerwehrwart Benjamin Gallier, 15 Mitglieder, darunter drei Mädchen. „Drei Mitglieder werden demnächst in die aktive Wehr übertreten“, kündigte er an. Er und seine Betreuerkollegen kümmern sich nicht nur um spielerische, jugendgerechte Angebote rund um Feuerwehrtechnik, begleiten Sommertagszug und Martinsfeuer, sondern bereiten für Juli mit der Feudenheimer Abteilung gerade eine große, 24 Stunden laufende Übung in beiden Vororten vor.

„Einen sehr erfolgreichen Start“, so Betreuerin Nadine Krenz, erlebten zudem die erst im September gegründeten „Löschlöwen“ – die neue Kinderfeuerwehr für Sechs- bis Zehnjährige, die sich alle drei Wochen treffen. Konstant 22 Mitglieder kommen da, „wir haben einen hohen Mädchenanteil von 50 Prozent“. Beim Tag der offenen Tür am 2. Juni „wollen wir erstmals mit einer praktischen Übung zeigen, was wir können“, kündigte sie an.