Wallstadt

Wallstadt Bezirksbeirat diskutiert über Neubau des Gerätehauses / Standortprüfung „ergebnisoffen“

Feuerwehr fürchtet „Hinhaltetaktik“

Soll der Neubau für die Freiwillige Feuerwehr in das geplante Kultur- und Sportzentrum integriert werden? Darüber war die Verwirrung groß in der Sitzung des Bezirksbeirats. Sitzungsleiterin Claudia Schöning-Kalender (SPD) sprach zwar von einer „sehr konkreten Überlegung“. Die zuständige städtische Mitarbeiterin Alexandra Dörzenbach beschrieb auch ihren Auftrag so, sie solle das neue Zentrum „mit Feuerwehr planen“. Aber auf mehrfache Nachfrage wurde klar: Entscheiden ist das alles noch gar nicht.

„Wir sind erst in der Prüfphase, die Einbindung ist nicht entschieden“, betonte Thomas Näther, zuständiger Abteilungsleiter der Berufsfeuerwehr. Diese Prüfung laufe „ergebnisoffen“. Schließlich gebe es „spezielle Belange der Feuerwehr“, abfahrende Löschfahrzeuge dürfte nicht durch parkende oder noch ankommende Autos behindert werden. Klar sei, dass es sich beim jetzigen Gerätehaus trotz Containeranbau nur um „eine Interimsmaßnahme“ handele. Man habe zwar zusätzliche Sanitärräume geschaffen, Arbeitsschutzvorschriften würden aber weiter nicht eingehalten und es fehle Platz für die wichtige Kinder- und Jugendarbeit. Ob das mit einer Kultur- und Sporthalle kombinierbar sei, „darüber hat die Diskussion noch nicht stattgefunden“.

ML-Stadtrat Roland Weiß kritisierte, dass eine Gemeinderatsanfrage der ML dazu überhaupt nicht beantwortet worden sei. Er äußerte den „Verdacht“, dass die Stadt durch die Verknüpfung mit dem Neubau der Feuerwehr das ganze Projekt „bewusst auf die lange Bank schiebt“. Er fühle sich „kräftig verladen“, weil die Stadt „das Pferd bewusst von hinten aufzäumt“.

Planung bündeln

„Wir müssen aufpassen, dass das Projekt nicht so groß wird, dass wir kein Grundstück mehr dafür bekommen“, gab Bezirksbeirat Martin Dubbert (CDU) zu Bedenken. Auch er fühle sich „verladen“, weil es von Vertretern der Stadt keine einheitliche Aussage gebe. „Man kann das zusammen machen, muss aber nicht. Wichtig ist, dass beides passiert“, meinte Thorsten Schurse (SPD). Stadträtin Katharina Dörr (CDU) forderte ausdrücklich, zeitnah beide Szenarien zu prüfen.

Die Debatte verfolgten im Saal zahlreiche uniformierte Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Enrico Starck, seit über 20 Jahren aktiv, entfernte aber eigens Schulterklappen und Stadtwappen von der Uniform, ehe er sich zu Wort meldete. Natürlich sei es „nicht ganz so doof, die Planung zu bündeln, wenn es Geld und Zeit spart“. Baulich müsse man die Projekte aber schon wegen des Platzbedarfs trennen. Er fürchte aber ohnehin, dass es sich dabei nur um „Hinhaltetaktik“ der Stadt handele, denn die habe der Feuerwehr den Neubau schon lange versprochen, ihn aber „immer auf die lange Bank geschoben“. Wenn wegen der abflauenden Konjunktur die Steuereinnahmen zurückgingen, „fallen wir wieder hinten runter, aber so geht es einfach nicht mehr weiter“, klagte er – und erhielt viel Beifall.