Wallstadt

Wallstadt Erster Bürgermeister Christian Specht sieht konkrete Chancen für Neubau / CDU plant Umfrage zu Standort

Feuerwehr und Kulturzentrum bald unter einem Dach?

Wallstadt kann sich ganz konkrete Hoffnungen auf den Neubau des schon lange geforderten Kultur- Sportzentrums machen. „Die Chancen standen noch nie so gut wie jetzt“, sagte Erster Bürgermeister Christian Specht bei einer Veranstaltung des CDU-Ortsverbands Wallstadt/Vogelstang im Rathaus Wallstadt. „Das Eisen muss jetzt geschmiedet werden“, erklärte er.

Die Stadt hatte schon Mitte der 1960er Jahre und dann erneut im Jahr 2000 im Zuge des Neubaugebiets Wallstadt-Nord versprochen, ein Bürgerhaus in Wallstadt zu bauen. Realisiert wurde es nie. Nach und nach brachen den Vereinen Proberäume und Auftrittsmöglichkeiten durch die Schließung von Gaststätten mit Sälen weg. Dann kündigte auch noch die Katholische Kirchengemeinde Christ-König an, sich im Zuge der „Gebäudeoptimierung“ von ihrem Gemeindehaus trennen zu müssen, wo derzeit die meisten großen Veranstaltungen stattfinden. Im April gründete sich daher eine von Manuela Müller und Thomas Müller geführte Bürgerinitiative, die den Neubau eines Kultur- und Sportzentrums fordert. Sie übergab im Oktober an Oberbürgermeister Peter Kurz eine sehr konkrete Bedarfsanalyse (wir berichteten).

Darauf sprach jetzt Stadtrat Bernd Kupfer, der Ortsvorsitzende der CDU, Specht an und lud ihn nach Wallstadt ein. „Wir wollen eine Multifunktionshalle für unseren Stadtteil, die für Sport und Kulturveranstaltungen nutzbar ist“, bekräftigte Kupfer dabei.

Container nur Provisorium

Specht regte an, noch weiter zu denken und die schon lange unter Raumnot leidende Freiwillige Feuerwehr einzubeziehen. Zwar erhielten die Wehrleute im Sommer 2017 Container als zusätzliche Umkleiden und Sanitärräume, aber die sind nur ein Provisorium. Auch die Bürgerinitiative hatte bereits darauf hingewiesen, dass „erhebliche Synergien“ bei gemeinsamer Nutzung der Sanitärräume und der technischen Gebäudeausstattung entstehen könnten.

Das sah auch Christian Specht so. „Wenn wir das Problem der Feuerwehr in einem Aufwasch lösen, haben sie meine Unterstützung“, kündigte er an. Zur Finanzierung wäre es möglich, das jetzige Gelände der Feuerwehr am Mudauer Ring zu verkaufen und für Wohnungsbau zu nutzen – zumal es ohnehin mitten im Wohngebiet liegt. Eine gemeinsame Nutzung des Neubaus biete dann „einige Vorteile“, ist Specht überzeugt – von der Sporthalle bis zu den Parkplätzen. Und die, wie er sagte, „soziale Kontrolle“ sei auch größer, die Gefahr von Vandalismus mithin kleiner, wenn das Gebäude zu verschiedenen Tageszeiten häufig genutzt werde.

Finanziell sieht Specht durchaus „gewisse Chancen“, ein solches Projekt im Haushalt unterzubringen. Derzeit profitiere die Stadt von Steuer-Mehreinnahmen, allerdings beruhten diese auf den Erträgen der Firmen vor zwei Jahren. Zudem gebe es „einige Haushaltsrisiken“, betonte der Erste Bürgermeister. Entscheiden müsse das letztlich der Gemeinderat – und zwar im nächsten Jahr.

Offen blieb an dem Abend der Standort. Diskutiert wurden zuletzt der alte, seit vielen Jahren ungenutzte Festplatz zwischen Sportvereinigung und Reiterverein, ein Acker neben dem Friedhof gegenüber vom „Penny“ und eine Fläche an der Siebenbürger Straße/Keltenstraße.

Specht und Kupfer ließen an dem Abend Sympathien für den alten Festplatz erkennen. „Man könnte damit das gesamte Umfeld bis hin zu den Feldwegen und zur Haltestelle Kiesäcker aufwerten“, meinte Specht. Für den Standort spräche die Nähe zur geplanten Fahrradweg-Brücke über die Umgehungsstraße (Sudentenstraße/L 597) ebenso wie zur Bundesgartenschau 2023. Wenn neben Reiterverein, Sportvereinigung Wallstadt und der Bezirkssportanlage noch das neue Bürgerzentrum und die Feuerwehr angesiedelt werde, böte das „für die Jugendarbeit von allen einige Vorteile“. Die CDU will jetzt mit einer Umfrage herausfinden, welchen Standort die Wallstadter bevorzugen.